Done Deal: FCN bekommt offensivstarken Außenverteidiger Masouras

Der perfekte Ersatz für Henri Koudossou beim 1. FC Nürnberg?

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Foto: Carlo Bruil, Giannis Masouras, CC BY 2.0

Masouras nach Nürnberg

Nach CLUBFOKUS-Informationen kann der 1. FC Nürnberg schon bald den zweiten Sommerneuzugang offiziell vermelden. Demnach soll der Transfer von Giannis Masouras vom zypriotischen Meister Omonia Nikosia beschlossene Sache sein. Aufgrund seines auslaufenden Vertrags ist der Spieler ablösefrei zu haben.

Damit reagiert der FCN auf die frei gewordene Position auf der rechten Abwehrseite, wo der zuletzt gesetzte Henri Koudossou nach seiner Leihe zu seinem Stammverein FC Augsburg zurückkehren wird.

Geeigneter Justvan-Partner?

Auffällig: Vom zuletzt immer größer werdenden Offensivinput Koudossous profitierte beispielsweise auch Rechtsaußen Julian Justvan, der dadurch vermehrt im Halbraum seine Akzente setzen konnte. Ein ähnliches Zusammenspiel dürfte auch mit Masouras denkbar sein. Denn in der abgelaufenen Saison zählte der 29-Jährige zu den offensivstärksten Außenverteidigern der zypriotischen First Division, in der er in 23 Einsätzen an fünf Toren direkt beteiligt war.

In insgesamt 36 Pflichtspieleinsätzen gab Giannis Masouras den Rechtsverteidiger in der Viererkette. Sicherlich kein Nachteil beim Wechsel: in vielen statistischen Parametern wie Ballbesitz, Passquote, Anteil an langen Pässen oder Pressingintensität sind sich Omonia und der FCN nicht völlig unähnlich, was eine Eingewöhnung erleichtern würde.

Viel Offensivinput über den rechten Flügel

Mit 2,7 erfolgreichen Offensivaktionen pro 90 Minuten weist Masouras ähnlich starke Werte auf wie Koudossou in dieser Saison beim Club (2,6). Mit seinem guten Tempo sorgt der frühere griechische Jugendnationalspieler immer wieder für viel Wirbel über die rechte Außenbahn. Sowohl bei der Anzahl seiner Tempoläufe mit Ball (3,5 pro 90 Minuten) als auch bei Dribblings (2,8) und Antritten (1,1) liegt Masouras jeweils deutlich über dem Ligadurchschnitt und erreicht Spitzenwerte.

Im Angriffsdrittel bereitet der Rechtsfuß nicht nur mit Flanken (3,5 pro 90 Minuten) von der Grundlinie oder aus dem Halbfeld Torchancen vor, sondern sucht auch selbst immer wieder den Abschluss. Sowohl bei Ballaktionen im gegnerischen Strafraum (2,2) als auch bei den Expected Goals (0,13) gehört Masouras jeweils zu den Top-3 von insgesamt 45 Außenverteidigern mit mindestens 1.000 Einsatzminuten in Zypern. Doch nicht nur mit Ball am Fuß, sondern auch ohne Ball sucht Giannis Masouras regelmäßig die Tiefe – entsprechend empfängt kein Spieler seiner Position in der First Division mehr lange Pässe (3,8) als er.

Auch im Passspiel überdurchschnittlich aktiv, obwohl sein Team in der Liga „nur“ über 51% Ballbesitz verfügt. Auch hier ähneln viele Werte auffällig denen Koudossous’ (Pässe: 38 / progressive Pässe: 8 / Passpräzision: 78%).

Auch überdurchschnittliche Defensivwerte

Neben seinem starken Offensivpaket bringt Masouras auch gegen den Ball überdurchschnittliche Werte mit. Rund 70% gewonnene Defensivzweikämpfe sind ebenfalls ein Top-3-Wert und sprechen für eine aggressive sowie proaktive Herangehensweise. Auch beim Abfangen gegnerischer Pässe gehört der Nürnberger Neuzugang zu den Top-15% der Außenverteidiger in Zypern.

Trotz seiner Körpergröße von „nur“ 1,81 Meter verfügt Masouras zudem über ein gutes Kopfballspiel. Mit 2,6 Luftduellen pro 90 Minuten und einer Erfolgsquote von 57% führt und gewinnt er überdurchschnittlich viele Duelle in der Luft. Auch bei Offensivstandards schaltet er sich regelmäßig als möglicher Abnehmer mit ein.

Nachvollziehbarer Transfer

Dass er diese Fähigkeiten auch schnell an die 2. Bundesliga anpassen könnte, lassen seine Leistungsdaten auf internationaler Ebene vermuten. Denn in dieser Conference-League-Saison konnte er gegen Mannschaften wie Mainz 05 oder Dynamo Kiew ähnliche Werte wie in der Liga abrufen.

Bei der Anpassung an ein neues Land dürfte ihm zudem seine Erfahrung helfen, die auf bereits zehn verschiedene Vereine in Ländern wie Polen, den Niederlanden, Griechenland oder Kasachstan zurückgeht – wenngleich die intensive 2. Bundesliga dennoch eine Umstellung darstellen wird.

Insofern wirkt der Transfer von Giannis Masouras auf den ersten Blick wie eine nachvollziehbare Entscheidung des 1. FC Nürnberg – zumal sich das finanzielle Risiko angesichts der fehlenden Ablöse in Grenzen hält und das Profil passend scheint. Zudem bringt man mit dem im August 30 Jahre alt werdenden Abwehrspieler etwas mehr Routine in eine nach wie vor junge Mannschaft.