Dieser Taktik-Kniff bescherte dem FCN „die beste Halbzeit“ unter Klose

Der 1. FC Nürnberg spielte gegen Hannover 96 phasenweise begeisternden Fußball.

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Foto: DO IT NOW Media

FCN dominiert Hannover

Obwohl es mit 2:1 der bislang knappste der vier Siege des 1. FC Nürnberg in der 2. Bundesliga war, dürfte es am fünften Spieltag gegen Hannover 96 der wohl überzeugendste gewesen sein. Mit 27:6 Schüssen und 2,1 zu 0,48 Expected Goals ohne Elfmeter dominierte der FCN einen Aufstiegsfavoriten phasenweise nach Belieben und ging am Ende als verdienter Sieger vom Feld, wie auch Gästetrainer Christian Titz anerkennen musste.

Klose teilweise unzufrieden mit Halbzeit eins

Insbesondere in der Anfangsphase startete die Heimmannschaft sehr druckvoll – vor allem im Mann-gegen-Mann, das viele tiefe Hannoveraner Ballverluste provozierte. So auch vor dem frühen 1:0-Führungstreffer durch Julian Justvan, der nur wenige Momente später durch einen unglücklichen Handelfmeter egalisiert wurde.

Doch im Verlauf des ersten Durchgangs kamen die Niedersachsen zunehmend besser ins Spiel: „Dann war ich mit 20, 25 Minuten in unserem Spiel in den ersten Halbzeit überhaupt nicht zufrieden. Das habe ich klar angesprochen“, monierte der Trainer das unzureichende Zweikampfverhalten seiner Spieler, das den Gegenspielern immer wieder das Aufdrehen ermöglichte.

Taktik-Kniff in der Pause

Dabei sorgte eine kleine taktische Anpassung des Trainerteams zur Pause dafür, dass die Klose-Elf unmittelbar danach eine enorm hohe Dominanz ausstrahlte, wie Fynn Otto erklärte: „Die Restverteidigung war ab und zu, dass wir mit der letzten Kette zu weit hinten waren und den Stürmer angespielt werden konnte und sie sich daraus lösen konnten.“

Als diese Lücke zwischen Abwehr und Mittelfeld geschlossen wurde, konnten sich die Hannoveraner phasenweise kaum noch aus der eigenen Hälfte befreien. „Die Restverteidigung war viel besser, wir sind viel weniger in Konter gelaufen und waren viel enger an den Männern. Das war der Unterschied“, so der 24-jährige Innenverteidiger.

Klose: „Beste Halbzeit, seitdem ich hier bin“

Auch deshalb dürfte Klose seiner Einschätzung nach „die beste Halbzeit, seitdem ich hier bin“ gesehen haben. Tatsächlich schnürte der FCN die Gäste durch seine Ballsicherheit und sein scharfes Gegenpressing minutenlang ein, ehe in der 66. Minute der hochverdiente Siegtreffer durch Mohamed Ali Zoma gelang. Unter dem Strich standen 15 Abschlüsse für den Altmeister allein in Durchgang zwei – so viele wie noch nie zuvor in einer Halbzeit unter Klose.

Anders als in der Vergangenheit: FCN bleibt aktiv

Ebenfalls beeindruckend war, dass der 1. FC Nürnberg  in der Folge – anders als oftmals in der Vergangenheit – nicht in Passivität verfiel und sich einigelte. „Dass wir eher auf das dritte gehen, ist mit viel lieber“, so Klose, der den Gegner lieber laufen lässt. „Das hat uns letzte Saison oft das Genick gebrochen: dieses passive Verhalten“, sieht auch Justvan einen Fortschritt in Bezug auf die inzwischen konstant hohe Aktivität gegen den Ball.

Unter dem Strich konnte der 1. FC Nürnberg nach dem bereits geglückten und historischen Traumstart sogar noch einen draufsetzen – nicht nur aufgrund des Ergebnisses, sondern vielmehr aufgrund der Art und Weise gegen eine der qualitativ stärksten Mannschaften der 2. Bundesliga, die bislang allerdings enttäuscht. Das sollte der Euphorie, die nach dem Sieg im Stadion herrschte, aber keinen Abbruch tun.