FCN will auf die Jugend setzen
Bekanntermaßen schreibt sich der 1. FC Nürnberg auf die Fahne, auf Talente aus dem eigenen Nachwuchs bauen zu wollen. So kündigte Trainer Miroslav Klose Ende April bereits an, zur neuen Spielzeit den ein oder anderen Nachwuchsspieler in den Profikader befördern zu wollen.
Nichtsdestotrotz kamen in der abgelaufenen Zweitligasaison „nur“ drei Eigengewächse zum Einsatz. Stattdessen gehen junge Spieler wie Tino Kusanovic zunächst den Weg über die Zweitvertretung, um sich dort in der Regionalliga Bayern an den Herrenfußball gewöhnen zu können.
Talente spielen künftig Herrenfußball
Diese Vorgehensweise ist auch diesmal wieder geplant. Wie der FCN nun bekanntgab, werden einige U19-Spieler, die in der abgelaufenen Saison bereits erste Einsatzminuten für die U23 sammelten, künftig fest zum Kader von Trainer Andreas Wolf gehören.
„Die Spieler sammelten bereits in der vergangenen Saison als U19-Akteure erste Erfahrungen bei der U23 und gehören nun fest zum Regionalliga-Kader“, verkündete der Club im Rahmen des Trainingsauftakts in dieser Woche über folgende Akteure.
Spielstarker Torhüter
Torhüter Lindsay Gutaj kam im Sommer 2025 aus der Jugend von Borussia Mönchengladbach und soll laut Transferexperte Florian Plettenberg sogar einen Profivertrag bis 2029 unterschrieben haben.
Der als spielstark geltende Kosovare nahm eine wichtige Rolle im Vertikalspiel der U19 ein. Unter allen 65 Torhütern mit mindestens zehn Einsätzen zählte er jeweils zu den Top 10 bei langen Pässen, Pässen ins Angriffsdrittel, Pässen hinter die Abwehr und sogar bei kreierten Torchancen (3).
Auf der Linie blieb dem 19-Jährigen zumindest statistisch etwas das Glück verwehrt. Laut Expected Goals kassierte er gut drei Treffer mehr als erwartet. Mit sieben Zu-Null-Spielen in 21 Partien gehörte er in der DFB-Nachwuchsliga dennoch zu den besseren Torhütern seines Jahrgangs.
Fleißiger Torjäger
Bereits einen Einsatz sowie mehrere Trainingseinheiten bei den Profis kann Levin Chiumento vorweisen. Nach seinem Debüt im Mai 2025 blieb er zunächst bei der U19, wo ihn zu Saisonbeginn allerdings ein Syndesmosebandriss außer Gefecht setzte.
Nach seinem Comeback knüpfte der Stürmer jedoch an seine bekannten Abschlussqualitäten an. In 14 Ligaspielen kam der 19-Jährige auf zwölf Tore und fünf Vorlagen.
Über seinen Riecher im Strafraum hinaus gilt Chiumento als echter Teamplayer, der auch gegen den Ball eine hohe Intensität und Workrate an den Tag legt. Exemplarisch dafür: Bei den Pressingaktionen pro 90 Minuten zählt er zu den besten sechs von mehr als 250 U19-Stürmern mit mindestens zehn Einsätzen.
Dynamischer Außenverteidiger
Der 18-jährige Benjamin Eichner läuft als Linksverteidiger auf und gilt als sehr dynamischer Spieler, der die gesamte Seite bearbeiten kann. Auch seine Werte aus der abgelaufenen U19-Spielzeit unterstreichen dies. Von allen Spielern seiner Mannschaft führte er die meisten Defensivzweikämpfe.
Gleichzeitig verzeichnete er die zweitmeisten Dribblings und die drittmeisten Tempoläufe mit Ball. Nachdem er 2022 von der DJK Ingolstadt nach Nürnberg gewechselt war, lief er bereits für die deutsche U16 und U17 auf – und bald auch in der Regionalliga Bayern.
Flexibler Defensivspieler
Bereits seit 2016 läuft Kirubel Taye für den Club auf. Der 19-Jährige spielte während seiner Zeit in Nürnberg auf mehreren Positionen. Oftmals agierte er als Außenverteidiger, zuletzt kam er jedoch häufig im zentralen Mittelfeld zum Einsatz.
Zu seinen Qualitäten, die er nahezu überall einbringen kann, zählen unter anderem seine Technik und sein Passspiel. 83 Prozent seiner raumgewinnenden Pässe kommen beim Mitspieler an – Bestwert der Nürnberger U19. Dass er gleichzeitig 77 Prozent seiner Defensivduelle gewinnt und damit prozentual zweitbester Nürnberger ist, unterstreicht das interessante Gesamtpaket, das er mitbringt.
Spielintelligenter Alleskönner
David Klos verkörperte nicht nur aufgrund seiner Position im zentralen Mittelfeld, sondern auch wegen seiner Kapitänsrolle das Herzstück der U19. Umso mehr, weil der spielintelligente 19-Jährige Qualitäten in beide Spielfeldrichtungen mitbringt.
Einerseits war er immer wieder präsent im Strafraum, an 3,3 Abschlüssen pro 90 Minuten direkt beteiligt und traf in sechs verschiedenen Partien jeweils einmal. Andererseits verzeichnete er mit 11,7 die zweitmeisten erfolgreichen Defensivaktionen pro 90 Minuten seiner Mannschaft.
Vom Spiel gegen den Ball über das Aufbauspiel und die Chancenkreation bis hin zum Torabschluss ist Klos in nahezu allen Spielphasen eingebunden, was sein ausgeglichenes Profil unterstreicht.
Laufstarker Abräumer
Etwas defensiver im Mittelfeld agierte Lion Haxhiu. Der laufstarke und spielintelligente Abräumer ist ein wichtiger Faktor für die Balance seiner Mannschaft. Vor der Abwehr stopft er viele Löcher und fängt dadurch zahlreiche gegnerische Pässe ab. Unter allen 180 zentralen U19-Mittelfeldspielern mit mindestens zehn Startelfeinsätzen zählt er diesbezüglich zu den besten sieben Prozent.
Gleichzeitig schaltet sich Haxhiu immer wieder in die Offensive ein und ist an 2,9 Abschlüssen pro 90 Minuten direkt beteiligt.
Nachdem sich der gebürtige Nürnberger in der vorvergangenen Saison einen Kreuzbandriss zuzog und fast ein Jahr kein Pflichtspiel absolvieren konnte, geht er nun mit den drittmeisten Einsatzminuten aller Nürnberger U19-Spieler in den Herrenfußball.
Wolf erfreut, aber vorsichtig
„Wir haben super Charaktere hinzubekommen, die sich bisher sehr gut integrieren konnten. Wir sind sehr zufrieden damit, wie sie sich in die Mannschaft einfügen und die neuen Herausforderungen annehmen“, freut sich Andreas Wolf neben den externen Neuzugängen um Farid Maboa Dibamba, Leonard Gjini, Edwin Kracht und Luca Schulten über die Verstärkungen aus der eigenen U19.
Gleichzeitig weiß er aber auch, dass der Schritt in den Herrenfußball etwas Anlaufzeit benötigen könnte: „Nun gilt es jedoch, die Vorbereitung abzuwarten und zu sehen, wie jeder Einzelne mit dem Konkurrenzkampf um die Startplätze umgeht.“


