FCN stellt Saisonhöchstwert ein
Gegen den 1. FC Kaiserslautern stellte der 1. FC Nürnberg eindrucksvoll unter Beweis, dass er auch ohne seinen Unterschiedsspieler Mohamed Ali Zoma eine Vielzahl guter Torchancen herausspielen kann. Das bekräftigt auch der Blick auf die Statistik: Mit 27 abgegebenen Torschüssen stellte der Club seinen Saisonhöchstwert aus dem 2:1-Heimsieg gegen Hannover 96 ein.
Doch nicht nur die Anzahl, sondern auch die Qualität dieser Chancen war überdurchschnittlich: 2,34 Expected Goals überbot der FCN in dieser Spielzeit selbst nur einmal. „Das ist genug, um einen Treffer zu machen“, stellte Miroslav Klose bei der Sportschau fest.
Gegenspieler stellt Saisonbestwert auf
Dass am Ende dennoch kein Tor heraussprang und eine 0:1-Niederlage stand, hatte auch mit einem Spieler zu tun, der nicht zum ersten Mal im Max-Morlock-Stadion über sich hinauswuchs: FCK-Torhüter Julian Krahl.
Ganze acht Paraden zeigte der Gästekeeper gegen den FCN – darunter spektakuläre Rettungstaten bei einem Fernschuss von Rayan Ghrieb oder einer Fußabwehr aus kurzer Distanz gegen Piet Scobel. Aktionen, mit denen der 26-jährige Schlussmann einen Saisonbestwert aufstellte: Gemessen an der Qualität der Nürnberger Abschlüsse verhinderte Krahl 2,76 Tore – mit Abstand der Bestwert in einem Spiel dieser Saison.
Nicht zum ersten Mal
„Er war nicht zu überwinden“, stellte Klose fest und erinnerte sich daran, dass der Club nicht zum ersten Mal eine Krahl-Masterclass im Max-Morlock-Stadion erlebte: „Ich glaube, wir hatten schon einmal ein Spiel, in dem er eine fantastische Leistung gebracht hat.“
Tatsächlich überragte der Lauterer schon vor zwei Jahren bei einem 0:0 in Nürnberg mit mehreren Paraden. In diesem und im jüngsten Duell wehrte Krahl insgesamt 13 Bälle ab und kassierte statt der statistisch zu erwartenden rund fünf Gegentore keinen einzigen Treffer. „Anscheinend sind wir sein Lieblingsgegner“, konstatierte der FCN-Trainer.
Lediglich im März dieses Jahres schafften es die Franken beim 3:0-Heimsieg, den 1,94 Meter großen Schlussmann vor heimischer Kulisse zu überwinden.
Selbstkritischer Stürmer
„An der Stelle Glückwunsch an ihn, dass er das zu null gehalten hat, er hat ein super Spiel gemacht“, erkannte Piet Scobel, der gleich dreimal an Krahl scheiterte, dessen Leistung neidlos an. „Unglaube Paraden, großen Respekt“, pflichtete Adam Markhiyev bei.
Allein die Leistung des gegnerischen Torhüters wollte man beim FCN allerdings nicht als Erklärung für das Scheitern gelten lassen. „Gerade ich muss das ein oder andere Tor machen“, gab sich Nürnbergs Nummer neun selbstkritisch.
Lob für FCN
Nichtsdestotrotz stand auf der Gegenseite an diesem Abend ein überragender Torhüter zwischen den Pfosten. „Ich versuche einfach das zu machen, wofür ich mein Trikot trage“, gab sich Julian Krahl nach der Partie wenig selbstpreisend – und hatte stattdessen sogar noch lobende Worte für den FCN übrig: „Nürnberg hat eine Riesenqualität. Riesenrespekt, die werden noch eine Riesensaison spielen.“


