Die neue FCN-Mentalität ist „eine Ansage an die Liga“

„Wir haben etwas vor“, sagt Miroslav Klose, der gleichzeitig den Finger in die Wunde beim 1. FC Nürnberg legt.

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Foto: DO IT NOW Media

„Schlechteste Halbzeit“ laut Klose

Die „beste Halbzeit, seitdem ich hier bin“ spielte der 1. FC Nürnberg nach Einschätzung seines Trainers beim überzeugenden 2:1-Heimsieg über Hannover 96. „Überhaupt nicht zufrieden“ war der Miroslav Klose allerdings mit dem Spiel seiner Mannschaft vor der Pause und sah dort das komplette Gegenteil: „Das war dieses Jahr unsere schlechteste Halbzeit“, offenbarte er bei Sky.

„Das ist eine Ansage an die Liga“

Eine Aussage, die durchaus für die neuen Ansprüche beim FCN steht. Denn trotz dieser Analyse Kloses zeigte der Club gegen die zu diesem Zeitpunkt einen Aufstiegsaspiranten schon einige gute Aktionen. Laut Statistik waren die Nürnberger – abgesehen vom glücklichen Handelfmeter für die Gäste – sogar überlegen.

„Das ist eine Ansage an die Liga, wenn der Trainer sagt, die erste Halbzeit war schwach, weil man da auch schon in Führung hätte gehen können“, sieht der Sky-Experte nicht nur in der Art und Weise des Spiels, sondern auch darin, wie anschließend darüber gesprochen wird, ein echtes Statement der Franken.

Ehrgeizige Spieler

Ähnlich ehrgeizig präsentierten sich die Nürnberger schon in der Vorwoche nach dem 2:2-Unentschieden in Kiel – ein Ergebnis, das in der Vorsaison wohl noch für Zufriedenheit gesorgt hätte. Nicht aber in diesem Jahr, in dem sich Spieler wie Tim Janisch und Piet Scobel mehr über zwei verlorene Punkte ärgerten, als sich darüber zu freuen, nach zwischenzeitlichem Rückstand noch den Ausgleich erzielt zu haben.

„Wir haben etwas vor“

Angesprochen auf das Thema Aufstieg und die Ziele des Clubs gab sich Klose nach dem Hannover-Spiel am Sportschau-Mikrofon aber gewohnt zurückhaltend: „Natürlich haben wir etwas vor: erstmal zusammen zu bleiben und Spiel für Spiel angehen. Das ist das, was wir vor haben – ohne große Töne zu spucken. Dafür sind wir überhaupt nicht geeignet.“

Denn der Weltmeister von 2014 „weiß, dass im Fußball so viel passieren kann.“ Umso verständlicher ist die Zurückhaltung, wenn die Saison gerade einmal fünf von 34 Spieltagen alt ist.

Aufstiegskandidat FCN?

Nichtsdestotrotz soll die derzeitige Momentaufnahme mit 13 Punkten genossen werden: „Den Moment nehmen wir absolut mit, weil wir es verdient haben und weil es momentan einfach Spaß macht.“

Als Aufstiegskandidat will Klose seine Mannschaft aber noch nicht bezeichnen und dafür mindestens die beiden Partien gegen den Karlsruher SC und den VfL Wolfsburg abwarten: „Dann kann man mehr sagen, ob wir dann immer noch vorne dabei sind. Das ist unser Ziel – auch Richtung Winter. Aber ich weiß, dass das noch genug Brocken auf uns warten.“

Zurückhaltung beim großen Ziel, dafür umso höhere Ansprüche an die eigene Leistung – genau darin zeigt sich derzeit die neue Mentalität beim 1. FC Nürnberg. Nach dem historischen Saisonstart scheint beim Club nicht nur das Selbstvertrauen, sondern auch der eigene Anspruch gestiegen zu sein.