Jokerflaute beim FCN – Statistik trügt
Rein statistisch gesehen ist der 1. FC Nürnberg die Mannschaft der 2. Bundesliga, die am längsten auf ein Jokertor wartet. Das letzte Tor durch einen Einwechselspieler erzielte Robin Knoche, der im Oktober des Vorjahres einen Elfmeter verwandelte. Zuvor traf Adriano Grimaldi spät zum Last-Minute-Sieg gegen Bochum. Es waren die einzigen beiden Jokertore des FCN in der Saison 2025/26. Und auch in dieser Saison ist Miroslav Klose einer von drei Trainern der 2. Bundesliga, der noch keine Torbeteiligung einwechseln konnte.
Doch die Statistik trügt. Denn in der neuen Saison kann der Club deutlich mehr Qualität von der Bank bringen, wie auch Klose nach dem jüngsten 2:1-Sieg über Hannover 96 am Sky-Mikrofon betonte: „Das ist das, was wir brauchen. Nicht nur die, die beginnen, sondern auch die, die reinkommen. Das war nicht immer in den ersten zwei Jahren der Fall.“
Insbesondere Boving: Joker überzeugen gegen Hannover
Gegen die Niedersachsen brachte der 48-Jährige nach gut einer Stunde beispielsweise William Boving, der sofort Einfluss auf das Spiel nahm – und mit seiner Hereingabe den Siegtreffer von Mohamed Ali Zoma nur zwei Minuten später mit einleitete. Schon nach 30 Sekunden kam die Leihgabe von Mainz 05 zum ersten gefährlichen Abschluss. „Er soll sich die Bälle nehmen. [..] Er hat einen super Schuss. Da will ich, dass er rund um den Strafraum auf die Kiste ballert“, freut sich Klose über die neue Option.
Boving ist allerdings nur ein Beispiel für die inzwischen deutlich gewachsene Kaderbreite. Auch Rafael Lubach sei Kloses Einschätzung nach „super reingekommen“: „Jetzt haben wir auch eine brutale Dominanz, wenn wir wechseln“, sieht der FCN-Trainer inzwischen kaum einen Qualitätsverlust: „Wir werden noch aktiver, noch dominanter. Wir können flach herausspielen oder in die Tiefe laufen. Da sind wir nicht greifbar und deswegen auch immer gefährlich.“
Dazu zählt sicherlich auch Sigurd Haugen, der in seinen bislang 55 Pflichtspielminuten für die Franken zwar noch nicht traf, aber stets für Betrieb sorgte und immerhin schon dreimal zum Abschluss kam.
Weitere Optionen für die Zukunft
Hinzu kommt, dass sich Zugänge wie Rayan Ghrieb, Can Moustfa, Andrea Ceresoli, Mikayil Faye oder Giannis Masouras noch in der Findungsphase befinden. Angesichts ihrer Profile ist aber gut vorstellbar, dass auch sie Klose in Zukunft zusätzliche wertvolle Optionen bieten können.
Insofern scheint beim 1. FC Nürnberg nicht nur die erste Elf qualitativ zum obersten Regal der 2. Bundesliga zu gehören. Auch von der Bank kann Klose inzwischen deutlich mehr Qualität bringen als in seinen ersten beiden Jahren beim Club. Da dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis einem Joker die erste direkte Torbeteiligung gelingt. Denn unabhängig davon ist der positive Einfluss der Einwechselspieler bereits jetzt zu erkennen.


