Nächster Flügelspieler
Mit Can Moustfa verpflichtet der 1. FC Nürnberg erneut einen Spielertypen, den er in dieser Form zuletzt nicht im Kader hatte. Für den 21-Jährigen überweist der FCN Berichten zufolge eine Ablöse im sechsstelligen Bereich an Energie Cottbus. Der Neuzugang des Clubs kommt am liebsten über den linken Flügel und vereint viele Attribute, die man einem Außenbahnspieler zuschreibt.

Kein Stammspieler
Dass die Franken den gebürtigen Bonner unbedingt wollten, mag auf den ersten Blick dennoch ungewöhnlich erscheinen. Schließlich war Moustfa in der vergangenen Drittligasaison alles, aber kein Stammspieler. Lediglich ein einziges Mal stand er für Energie in der Liga in der Anfangsformation, 26-mal wurde er eingewechselt. Dabei gelangen ihm zwei Treffer sowie eine direkte Torvorlage.
Sein ehemaliger Trainer Pelle Wollitz war dennoch voll des Lobes für den Offensivspieler. „Wenn wir das hinkriegen, diesen Spagat zwischen dem Körperlichen und der Unbekümmertheit, dieser Frechheit wird Energie Cottbus viel Freude haben – oder sehr viel Geld verdienen“, äußerte er sich zwischenzeitlich, präferierte die gesamte Saison über aber dennoch andere Spielertypen in der Offensive.
Dribbler
Was Moustfa in erster Linie auszeichnet, sind zweifelsfrei seine Ballführung und sein Dribbling. Durch die vielen Kurzeinsätze können seine Daten aus 2025/26 leicht verzerren – und dennoch sind sie extrem spannend. Mit über 7 Dribblings pro 90 Minuten absolvierte er die viertmeisten der 3. Liga. Besonders bemerkenswert ist, wie durchsetzungsstark sich der Nürnberger Neuzugang im direkten Offensivduell präsentiert und über die Hälfte seiner Zweikämpfe dabei für sich entscheidet.
Immer wieder schafft er es, den Ball im richtigen Winkel mitzunehmen, um das Spiel schon mit dem ersten Kontakt zu beschleunigen und gleichzeitig seinen Körper so zwischen Spielgerät und Gegenspieler zu positionieren, sodass er nur schwer vom Ball getrennt werden kann.
Hohes Tempo
Gleichzeitig ist Moustfa extrem agil, beweglich und bringt vor allem auch mit dem Ball am Fuß ein hohes Tempo mit. Symbolisch dafür steht die Anzahl seiner Tempoläufe mit Ball. 5,9 pro 90 Minuten davon verzeichnete er in der Cottbuser Aufstiegssaison. Das war mit Abstand der Bestwert aller Drittligaspieler, der zweitbeste in diesem Parameter kam mit 4,3 pro 90 Minuten auf deutlich weniger.
Darüber hinaus kann er auch aufgrund seiner engen Ballführung und den schnellen Richtungswechseln vom linken Flügel aus kommend sowohl mit dem rechten Fuß in die Spielfeldmitte ziehen als auch den Weg links am Gegner vorbei wählen.

Entwicklungspotenzial
Dass der ehemalige Jugendspieler von Bayer Leverkusen und dem 1. FC Köln in seiner Entwicklung noch nicht am Ende angekommen ist, sollte selbsterklärend sein. Die Themen Entscheidungsfindung und der letzte Ball sind zwei davon, die es noch zu optimieren gilt. Dass er in seinen vom Datenanbieter Wyscout erfassten Einsätzen 15 Treffer aus 11 Expected Goals erzielte, ist auf seinen Abschluss bezogen positiv. Die Physis der 2. Bundesliga wird hingegen sicherlich etwas sein, das der frühere Ahlener in dieser Form noch nicht kennt.
Spannendes Profil
Insgesamt ist dem 1. FC Nürnberg mit der Verpflichtung Can Moustfas ein spannender Deal gelungen. Der Techniker bringt das Potenzial mit, unter der richtigen Führung noch einige Schritte zu machen und sich aufgrund seines spektakulären und mutigen Spielstils schnell in den Vordergrund zu spielen.
Dass er auf Anhieb als Stammspieler eingeplant ist, dürfte unwahrscheinlich sein. Die Anlagen, um als Joker für Furore zu sorgen, hat er aber allemal. „Wir haben gute Erfahrungen mit Spielern aus dieser Spielklasse gemacht und trauen auch ihm den Schritt in die 2. Liga zu“, blickt FCN-Sportdirektor Joti Chatzialexiou positiv gestimmt nach vorne.


