„Brauchen uns nichts vormachen“ – Hecking hakt Klassenerhalt ab auf direktem Weg

Ein unrühmlicher Rekord für den ehemaligen Sportvorstand und Trainer des 1. FC Nürnberg droht.

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Heckings Karriere stockt seit Nürnberg

„Auf unbefriedigendem Niveau konstant“ bezeichnete Aufsichtsratsvorsitzender Peter Meier die sportliche Entwicklung des 1. FC Nürnberg in den vier Jahren unter Sportvorstand Dieter Hecking, als dieser 2024 entlassen wurde.

Seitdem geriet die Karriere der Bundesligalegende – er stand fast 450-mal als Trainer an der Seitenlinie – ins Stocken. Mit dem VfL Bochum konnte er in der Vorsaison den Abstieg aus der Bundesliga aus einer schwierigen Lage heraus nicht mehr verhindern, Anfang dieser Saison folgte nach holprigem Start die Entlassung.

Freier Fall nicht gestoppt – „nur noch um Platz 16“

Anfang März traute sich Hecking an die nächste schwierige Aufgabe und übernahm das Traineramt des stark abstiegsgefährdeten VfL Wolfsburg. Dort droht nun fünf Spieltage vor Schluss der nächste Abstieg.

Der 61-Jährige konnte den freien Fall (drei Punkte nach 12 Rückrundenspielen) der Niedersachsen bislang nicht stoppen – aus vier Partien sammelte man lediglich einen Punkt. Das rettende Ufer ist bereits sieben Punkte entfernt, weshalb Hecking nach der jüngsten 1:2-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt realistisch einschätzt:

„Es geht wahrscheinlich nur noch um Platz 16 – da brauchen wir uns auch nichts vormachen“, hakt der erfahrene Coach den direkten Klassenerhalt offenbar ab und richtet den Fokus auf den Relegationsplatz.

„Das wird schwer genug, das zu erreichen“, ist er sich angesichts von vier Punkten Rückstand auf den FC St. Pauli bewusst. Wie der Supercomputer von Opta vorhersagt, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 88%, dass die Wolfsburger direkt in die 2. Bundesliga absteigen.

Bundesligarekord droht

Sollte dieser Fall tatsächlich eintreten, würde Hecking einen unrühmlichen Rekord aufstellen. Denn er wäre damit der erste Trainer überhaupt, der in zwei aufeinanderfolgenden Saisons aus der Bundesliga absteigen würde – wenngleich er sowohl beim VfL Bochum als auch beim VfL Wolfsburg jeweils in hochkomplizierten Situationen übernahm, in denen wohl auch viele andere Trainer gescheitert wären.

Doch noch bleiben dem gebürtigen Westfalen fünf Spiele Zeit, um ein kleines Wunder möglich zu machen und die Wölfe doch noch in der Bundesliga zu halten.