Biron spielt keine Rolle beim FCN
Eigentlich sollte Mickael Biron in dieser Saison eine tragende Rolle in der Offensive des 1. FC Nürnberg einnehmen. Gut zehn Monate später weiß man: Das gelang nicht ansatzweise. Der im Sommer aus der zweiten belgischen Liga gekommene Angreifer steht gerade einmal bei zwölf Ligaspielen – seit Anfang November bei mickrigen 46 Einsatzminuten.
„Es war ein ordentliches Training, das schon. Aber da müssen jetzt auch noch andere Trainingseinheiten folgen. Für mich ist das jetzt so wie eine Eintagsfliege“, kommentierte Miroslav Klose im März bei BILD noch eine Einheit des 28-Jährigen – seitdem stand Biron kein einziges Mal mehr im Kader. Eine Rückkehr scheint bereits ausgeschlossen.
Biron-Paket soll mehrere Millionen kosten
Dass der ein oder andere Transfer nicht funktionieren wird, dürfte – wie in jedem Verein – eingepreist und kaum zu verhindern sein. Dass ausgerechnet dieser Zugang nicht einschlägt, ist für den FCN mit seinem strukturellen Defizit allerdings besonders bitter. Denn Biron soll den Club eine Menge Geld gekostet haben – und noch kosten.
Laut des belgischen Transferexperten Sacha Tavoliere soll die Ablöse bei rund 800 Tausend Euro gelegen haben. Doch dies ist offenbar nur ein Bruchteil des Gesamtpakets. „Bei Biron weiß ich: das ganze Paket ist drei Millionen Euro wert. Ablösesumme plus die drei Jahre Gehalt sind ungefähr drei Millionen Euro“, erzählte Sky-Kommentator Joachim Hebel in einem Zweitligatalk auf dem YouTube-Kanal „Feliecio 1892“.
Dagegen spräche folgende Ergänzung: wie die BILD berichtete, soll das geschätzte Monatsgehalt Birons bei 40 Tausend Euro brutto pro Monat liegen und der Vertrag bis 2027 plus ein Jahr Option laufen – ein aber immer noch stattliches Gesamtpaket von dann ca. 1,8 bis 2,2 Millionen Euro inklusive Ablöse.
Lehre für den FCN
Eine kolportierte Summe, die sich der 1. FC Nürnberg eigentlich nicht leisten kann, wirkungslos zu investieren – zumal der Wiederverkaufswert in diesem Fall wohl sehr gering sein dürfte. Gleichzeitig dürfte der Fall – unabhängig vom tatsächlichen Gesamtpaket – als Lehre dienen, umso mehr bei Transfers in dieser Größenordnung künftig noch genauer hinzusehen.
„Ich glaube, wir haben noch Potenziale darin, künftig noch gezielter auf die Charakter- und Mentalitätsebene bei der Spielerauswahl zu schauen“, sagte Sportvorstand Joti Chatzialexiou bei FCN.de nach der abgelaufenen Wintertransferperiode. Bei Mickael Biron ließen seine Daten aus der Vorsaison jedenfalls auf ein interessantes Profil schließen, das er in der 2. Bundesliga bislang jedoch nie zeigen konnte.


