Kohfeldt kommt beim FCN ins Schwärmen
Vor dem Duell zwischen dem 1. FC Nürnberg und Darmstadt 98 geriet Lilien-Trainer Florian Kohfeldt auf der Spieltagspressekonferenz förmlich ins Schwärmen über den kommenden Gegner, dem er eine bislang „sehr gute Saison“ attestiert. „Ich habe letztes Jahr, als der Club nicht in so einer tollen Situation war wie jetzt, schon einmal erwähnt, dass ich finde, dass Miro da einen extrem schönen Fußball spielen lässt. Das ist auch nach wie vor so.“
Insbesondere die individuelle Qualität der Mannschaft von Trainer Miroslav Klose beeindruckt den 44-Jährigen.
Porstner und Janisch als Positivbeispiele
Trotz des Ausfalls von Mohamed Ali Zoma sieht Kohfeldt „den einen oder anderen Unterschiedsspieler in der Offensive“. Dabei hebt er unter anderem Julian Justvan und Piet Scobel hervor, der sich „wirklich schon zu einem sehr guten Stürmer entwickelt“ habe. Auch Torhüter Jan Reichert erhält ein Sonderlob.
Als Beispiel dafür, wie lohnenswert es ist, Vertrauen in junge Spieler zu setzen, nennt Kohfeldt die beiden Außenverteidiger Tim Janisch und Eric Porstner: „Zwei junge Außenverteidiger mit unglaublich viel Geschwindigkeit, die sich da reingearbeitet haben.“ Das zeige, „dass man an Spieler glauben und ihnen eine gewisse Entwicklungszeit geben muss“.
„Beste Doppelsechs der Liga“
Als absolutes Prunkstück sieht Kohfeldt allerdings das zentrale Mittelfeld des FCN. Adam Markhiyev und Javier Fernández bilden seiner Einschätzung nach „vielleicht die mit beste Doppelsechs der Liga momentan auf dem Platz“.
Des Weiteren hätten die Franken trotz der Abgänge von Luka Lochoshvili und Fabio Gruber mit Fynn Otto und Alexios Kalogeropoulos ihre beiden Stamm-Innenverteidiger aus der Vorsaison „wirklich sehr gut ersetzt“, sodass Kohfeldt „relativ wenig Qualitätsverlust“ in der Innenverteidigung sieht.
FCN profitierte von günstigen Spielverläufen
Trotz all des Lobes für den Tabellenzweiten stellt Kohfeldt aber auch fest: „Fakt ist aber auch, dass sie in dieser Saison das Momentum häufig auf ihrer Seite hatten. Sie bekommen viel weniger Gegentore, als es statistisch eigentlich zu erwarten gewesen wäre.“
Tatsächlich profitiert nur der 1. FC Kaiserslautern von einer noch größeren Ineffizienz der Gegner vor dem Tor. Gemessen an den Expected Goals wären beim FCN rund sieben Gegentore mehr zu erwarten gewesen.
„Sie haben auch das eine oder andere Tor mehr geschossen, als sie statistisch hätten schießen dürfen“, so Kohfeldt weiter. Auch hier geben die xG-Werte dem Darmstädter Trainer recht: Mit rund fünf Treffern mehr als statistisch zu erwarten gewesen wären, zählt Nürnberg auch offensiv zu den effizientesten Teams der Liga.
„Sie hatten den einen oder anderen Spielverlauf, der ihnen in die Karten gespielt hat“, erklärt Kohfeldt, betont allerdings ausdrücklich: „Ohne dass ich irgendetwas schmälern will.“
FCN „das nächste Vollbrett“
Denn unter dem Strich habe Kohfeldt „hohen Respekt“ vor der Nürnberger Spielweise und der individuellen Qualität. Insofern erwartet den SV Darmstadt 98 am Samstagmittag im Max-Morlock-Stadion gegen den FCN „ein hartes Stück Arbeit“.
Nach zuletzt bereits schwierigen Aufgaben bezeichnet Kohfeldt die Partie gegen die Franken als „das nächste Vollbrett“ für seine Mannschaft.


