Vom FCN direkt in die 3. Liga
Aus der fünftklassigen Bayernliga verpflichtete der 1. FC Nürnberg im Sommer Xaver Kiefersauer von der zweiten Mannschaft des TSV 1860 München. Am Valznerweiher blieb der 21-Jährige, der in der Vorsaison unter anderem Kapitän von Miroslav Kloses Sohn Noah war, allerdings zunächst ein Unbekannter. Denn der zentrale Mittelfeldspieler wurde unmittelbar in die 3. Liga verliehen, um „dort den Schritt in den Profifußball zu schaffen“, wie Sportvorstand Joti Chatzialexiou den Transfer damals kommentierte: „Dafür ist es entscheidend, dass er weiterhin auf Spielminuten kommt, weshalb wir ihn sogleich nach Würzburg verleihen.“

Matchwinner bei 2:0-Sieg
Dieses Vorhaben scheint nun immer besser aufzugehen. Nachdem Kiefersauer an den ersten sieben Spieltagen höchstens als Joker für die Würzburger Kickers zum Einsatz gekommen war, erarbeitete er sich inzwischen einen Platz im Mittelfeldzentrum und stand in den vergangenen drei Partien jeweils über die volle Spielzeit auf dem Feld. Mit dem bisherigen Höhepunkt am Samstag beim Heimspiel gegen Waldhof Mannheim.
Denn am zehnten Spieltag avancierte der Nürnberger Leihspieler mit einem Tor und einer Vorlage zum Matchwinner beim 2:0-Sieg. Beim 1:0 stieß er nach einer Hereingabe aus dem Rückraum in den Strafraum vor und erzielte von dort aus den Führungstreffer. Das 2:0 bereitete er mit einer Spielverlagerung vor.
Starke Werte und Bestnote
Eine Leistung, die Bestnoten zur Folge hatte. Zumal Kiefersauer neben seinen beiden Torbeteiligungen gemeinsam mit seinem Nebenmann im zentralen Mittelfeld dafür sorgte, dass „das Zentrum diesmal dicht war“, wie die Main-Post schreibt und dem Torschützen die Note 1,5 gab.
Tatsächlich eroberte an diesem Tag nur ein Würzburger mehr Bälle. Mit einer Passquote von 80 Prozent lag Kiefersauer zudem deutlich über dem Durchschnitt seiner Mitspieler. Werte, die seinen starken Auftritt sowohl mit als auch gegen den Ball unterstreichen.
Kiefersauer zeigt Potenzial
Nun gilt es für Kiefersauer, derartige Leistungen über einen längeren Zeitraum abzurufen. „Xaver ist ein junger, entwicklungsfähiger Spieler und hat noch viel Potenzial“, sagte Chatzialexiou im Sommer.
Dass sich der spielintelligente und zweikampfstarke Mittelfeldspieler – nur ein Würzburger führt mehr Defensivduelle pro 90 Minuten – schon so früh in der Saison nach dem großen Sprung von der fünften in die dritte Spielklasse zumindest vorübergehend einen Stammplatz erarbeiten konnte, spricht für seine Entwicklung. Und für das Potenzial, das langfristig auch für Miroslav Klose und den 1. FC Nürnberg interessant werden könnte.
Mit Kiefersauer ins wichtige Spiel
Kurzfristig dürfte er sich dank seiner beiden Scorerpunkte aber zunächst einmal gute Argumente geliefert haben, auch beim kommenden Auswärtsspiel in Meppen in der Startelf zu stehen. Eine Partie, die für die Würzburger Kickers bereits jetzt von großer Bedeutung im Kampf um den Klassenerhalt ist. Denn will man dieses Ziel erreichen, dürften nach elf Punkten aus zehn Spielen weitere Punktgewinne beim Aufsteiger aus der Nordoststaffel fast schon unabdingbar sein.


