Aufstiegsdrama in der Nachspielzeit um FCN-Wunschspieler – was das für den Transfer bedeutet

Der 1. FC Nürnberg möchte sich im Winter im zentralen Mittelfeld verstärken, könnte sich nun aber länger gedulden müssen.

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Foto: DO IT NOW Media

FCN will Obradovich

Dass sich der 1. FC Nürnberg im Winter im zentralen Mittelfeld verstärken möchte, machte Joti Chatzialexiou bereits unmittelbar nach Ende des vergangenen Sommertransferfensters klar. Dabei gilt Felipe Obradovich, dessen Name schon im Sommer mehrfach durch die Presse ging, als Wunschkandidat des FCN.

„Obradovich, der jetzt auch zuletzt in aller Munde war, war nie schon für den Sommer vorgesehen. In den Verhandlungen ging es immer um einen Wintertransfer“, erklärte der Sportvorstand im September. Ein Wechsel des 19-jährigen Argentiniers zum Club war demnach von Beginn an für die Winterpause angedacht.

Aufstiegsdrama sorgt für Hängepartie?

Dieser Wunschtransfer könnte sich nun allerdings zu einer Hängepartie entwickeln. Der Grund dafür ist ein dramatisches Aufstiegsfinale in der zweiten argentinischen Liga. Obradovichs Verein Ferro Carril Oeste ging als Tabellenführer mit zwei Punkten Vorsprung auf Verfolger Godoy Cruz in den letzten Spieltag der regulären Saison.

Während Ferro gegen den bereits abgestiegenen Acassuso nicht über ein 0:0 hinauskam, überschlugen sich im Parallelspiel die Ereignisse. Dort wurde in der Nachspielzeit zunächst der 1:1-Ausgleich gegen Godoy Cruz erzielt, womit Ferro den ersten Platz sicher gehabt hätte. Doch nur wenig später gelang Godoy Cruz noch der 2:1-Siegtreffer. Beide Mannschaften beendeten die Staffel dadurch mit 66 Punkten, aufgrund der deutlich besseren Tordifferenz zog Godoy Cruz aber noch an Ferro vorbei.

„Wir bitten sie um Entschuldigung. Entschuldigung dafür, dass wir alles hatten, um dieses Finale zu spielen, und die Chance verstreichen ließen“, erklärte Ferro-Trainer Juan Manuel Sara nach der Partie enttäuscht.

Damit rückte für den Traditionsverein die Rückkehr in die erste Liga nach 26 Jahren wieder ein Stück in die Ferne. Während Godoy Cruz nun im direkten Aufstiegsfinale auf den Sieger der zweiten Staffel, Tristán Suárez, trifft, muss sich Ferro durch die anschließenden Playoffs um den zweiten Aufstiegsplatz kämpfen.

Entscheidung erst nach Saisonende?

Für den 1. FC Nürnberg könnte das bedeuten, dass sich die Entscheidung über einen möglichen Obradovich-Transfer weiter nach hinten verschiebt. Schließlich hatte es in argentinischen Medien bereits Berichte über einen bevorstehenden beziehungsweise weitgehend ausgehandelten Wechsel gegeben. Ferros neuer Vereinspräsident Patricio Baigorrotegui stellte jedoch erst kürzlich klar: „Er ist nicht verkauft, wie behauptet wurde.“

Zwar liege ein Angebot für den Mittelfeldspieler vor, dieses wolle man allerdings erst nach Saisonende prüfen. Einen interessierten Verein nannte Baigorrotegui dabei nicht. Auch zu den Ablösevorstellungen äußerte sich der 45-Jährige: „Wenn wir aufsteigen, wäre es normal, ihn für drei Millionen US-Dollar zu transferieren.“

Durch die Playoffs könnte sich Ferros Saison nun bis Mitte Dezember verlängern. Damit könnte auch die Entscheidung über Obradovichs Zukunft später fallen.

FCN kann auf Kornwachs bauen

Womöglich können der 1. FC Nürnberg und Miroslav Klose dieser Entwicklung inzwischen etwas entspannter entgegensehen. Schließlich geht beim Club zunehmend der Stern von Marc Kornwachs Barjuan auf. Der 17-Jährige avancierte beim 3:1-Auswärtssieg gegen den FC St. Pauli zum jüngsten FCN-Torschützen der Bundesliga-Ära und scheint sich immer mehr zu einer echten Alternative für das zentrale Mittelfeld zu entwickeln.

„Er trainiert hart und wird täglich besser. Wir haben zuletzt gesagt, dass er den Stammkräften schon richtig Druck macht, und da spreche ich von Adam Markhiyev und Javier Fernandez“, lobte Klose seinen Youngster.

An den Bemühungen um Obradovich dürfte das allerdings wenig ändern. Schließlich war dessen Verpflichtung schon länger für den Winter vorgesehen – auch wenn die jüngsten Entwicklungen in Argentinien für zusätzliche Geduld sorgen könnten.