Problem Sturm
Nicht nur aufgrund seiner 14 Saisontore war Mohamed Ali Zoma vom 1. FC Nürnberg einer der spannendsten und besten Offensivspieler der 2. Bundesliga. Abgesehen davon bekleckerten sich die FCN-Angreifer in der Vorsaison nicht gerade mit Ruhm. Mit Piet Scobel, Adriano Grimaldi, Semir Telalovic, Artem Stepanov, Noah Maboulou und Mickael Biron hatte der Club zwar viele Stürmer ausprobiert. Dass diese zusammen in kumulierten 91 Zweitligaeinsätzen für die Franken aber gerade einmal drei Treffer erzielten, spricht Bände.
Kein Neuzugang geplant
Bis hierhin konnte der FCN sich die Dienste von Sigurd Haugen für den Angriff sichern. Der Norweger schloss sich nach dem Zwangsabstieg der Münchner Löwen ablösefrei dem Club an. Wie die BILD berichtet, sind derzeit ansonsten keine weiteren Verstärkungen für den Sturm geplant.
Dementsprechend ist davon auszugehen, dass Zoma wenig überraschend als klare Nummer eins für ganz vorne eingeplant ist. Da Miroslav Klose auch in der Vorbereitung schon auf ein System mit zwei Angreifern setzte, bleibt die Frage, wer den Italiener ergänzen soll.
Weil kein externer Neuzugang geplant ist, scheint man in Nürnberg viel Hoffnung darauf zu setzen, dass die verbliebenen Stürmer aus der Vorsaison einen deutlichen Schritt nach vorne machen werden.
Grimaldi und Scobel
Da Telalovic und Biron den FCN bereits verlassen haben und Maboulou zuletzt nur in der U23 zum Einsatz kam, dürfte dies besonders für Scobel und Grimaldi gelten. Vor allem beim 21-jährigen Scobel dürften die Hoffnungen entsprechend groß sein. „Den bereiten wir schon auf die neue Saison vor“, verfolgte Klose diesen Plan schon in der vergangenen Rückrunde: „Da haben wir spezielle Programme. Was bei ihm zum Beispiel ein bisschen gefehlt hat: diese schnellen Füße.“
Auch Grimaldi soll offensichtlich eine wichtige Rolle einnehmen. „Weit mehr als nur ein Stürmer“ ist er für die Mannschaft, wie der FCN erst kürzlich in einem Bericht auf seiner Website herausstellte. Dass er angesichts seiner bereits 35 Jahre sportlich noch viele Entwicklungsschritte macht, ist – anders als bei Scobel – aber eher nicht zu erwarten.
Vier Kandidaten
So scheint sich beim Club derzeit herauszukristallisieren, dass man mit Zoma, Haugen, Grimaldi und Scobel für ganz vorne plant. Ein verbleibendes Fragezeichen bleibt, ob Zoma wirklich bleibt. Ein Abgang seinerseits würde sicherlich sämtliche Planungen verändern.
Bei Haugen, der in der Vorbereitung auch schon auf der Zehnerposition zum Einsatz kam, wird es entscheidend sein, wie er seine Leistungen aus der 3. Liga in die 2. Bundesliga transportieren kann. Bei Grimaldi und Scobel wird es davon abhängen, ob ihre Mitspieler die Stärken der beiden im gegnerischen Strafraum öfter zur Geltung bringen können – und ob sie sich selbst steigern können. Vor allem bei Scobel scheint man dies bereits seit Monaten zu planen.


