Ungewohntes Gefühl
Nach über einem halben Jahr war es am Samstagabend mal wieder so weit: Der 1. FC Nürnberg hat ein Spiel verloren. Zuvor blieb der FCN saisonübergreifend 13-mal in Folge in der 2. Bundesliga ungeschlagen. Das war nicht nur die längste Serie unter Miroslav Klose, sondern auch die längste des Vereins seit fünf Jahren.
Ein besonders ungewohntes Gefühl dürfte es für Javier Fernandez gewesen sein. Der Mittelfeldspieler absolvierte gegen den 1. FC Kaiserslautern sein 18. Pflichtspiel für den Club – und erlebte dabei seine erste Niederlage.
Traurig
„Alle sind wirklich traurig. Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen“, zeigte sich Nürnbergs Spielgestalter Adam Markhiyev nach der Partie geknickt. „Wir wollten unsere Serie fortsetzen. Ich denke, wir hätten dieses Spiel gewinnen müssen“, haderte der finnische Nationalspieler vor allem mit der Chancenverwertung.
„Ich bin nur kurz an der Kabine gelaufen, da ist jetzt keine laute Musik gespielt worden, das ist klar“, nahm auch Klose die Enttäuschung seiner Mannschaft wahr.
Dennoch überwog schnell wieder der Optimismus. Dass seine Mannschaft trotz einer ansprechenden Leistung mit 0:1 verlor, konnte Klose eher verschmerzen als eine Niederlage nach einem schwachen Auftritt: „Schlimmer wäre es glaube ich umgekehrt.“
Alles gegeben
„Die Jungs wissen, dass sie alles gegeben haben“, zeigte sich der FCN-Trainer mit dem Engagement seiner Spieler zufrieden.
„Ich kann der Mannschaft gar nicht so viel vorwerfen“, ordnete Vizekapitän Julian Justvan die Partie ähnlich ein. Stürmer Piet Scobel vermisste beim Club hingegen „einerseits das Matchglück und vielleicht auch die letzte Überzeugung im letzten Abschluss.“
Blick auf Mittwoch
Entsprechend schnell dürfte sich der Fokus wieder auf die nächste Partie richten. Bereits am Mittwochabend ist der FCN im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen gefordert.
„So schnell wie möglich abhaken, damit das raus aus den Köpfen geht. Wir werden den Jungs ein bisschen was aufzeigen und dann wartet das nächste Brett“, blickte Klose auf das Duell beim Bundesligisten voraus.
Dass die Niederlage Spuren in der Mannschaft hinterlassen wird, glaubt Scobel jedenfalls nicht – im Gegenteil: „Ich persönlich überhaupt nicht. Ich habe das Gefühl, wir haben guten Fußball gespielt und ein besseres Spiel als in Cottbus gemacht. […] Dass man nicht jedes Spiel gewinnt, ist auch irgendwo klar – aber das wirft uns jetzt nicht nach hinten.“


