FCN mit „Totalversagen“
Fliegt der nächste Trainer der 2. Bundesliga, obwohl es vor gut einem Monat noch überhaupt nicht danach aussah? Ein Wendepunkt war dabei ausgerechnet das Spiel beim 1. FC Nürnberg – das wohl enttäuschendste Spiel des Clubs in der Rückrunde: Bei der 0:1-Heimniederlage gegen Fortuna Düsseldorf am 25. Spieltag ließen die FCN-Spieler nahezu alles vermissen, weshalb Trainer Miroslav Klose im Nachgang sogar von einem „Totalversagen“ sprach.
Eine Ansage, die offenbar Wirkung zeigte: Dem aufkommenden Abstiegskampf konnte man mit zwei Siegen in Folge entgegenwirken, der Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz beträgt sechs Spieltage vor Saisonende inzwischen acht Punkte.
Gegensätzliche Entwicklung
Genau gegensätzlich stellte sich die Lage seitdem für die Fortuna dar, die mit dem Sieg in Nürnberg ihren zweiten Erfolg in Serie feierte und sogar am Club vorbeizog. Mit dieser positiven Tendenz und Rang zehn schien man sich aus den lang anhaltenden Abstiegssorgen befreien zu können.
Doch anders als die Franken verloren die Düsseldorfer ihre vier darauffolgenden Spiele – unter anderem gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt wie Eintracht Braunschweig und zuletzt Holstein Kiel, die die Fortunen inzwischen überholten.
In der Tabelle droht bei nur noch zwei Punkten Vorsprung nun der Absturz auf einen Abstiegsplatz – weitere Teams könnten im Laufe des Spieltags noch vorbeiziehen.
Trainerbekenntnis vermieden
Nachdem Sportvorstand Sven Mislintat in der Vorwoche noch seinem Trainer das Vertrauen ausgesprochen hatte, vermied er nun ein klares Bekenntnis zu Markus Anfang: “Ich finde es eine ganz schwierige Situation. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in Abläufe kommen, die wir nicht mehr korrigieren können.”
Er sei kein Freund von Statements, die „mir so ausgelegt werden, dass er vielleicht morgen entlassen wird. Aber es ist einfach ganz wichtig, dass wir jeden Stein umdrehen“, so der 53-Jährige bei Sky. Mislintat, der neben den vier Niederlagen in Serie auch „gute Gründe“ sieht, um an Anfang festzuhalten, kündigte dennoch „ergebnisoffene“ Gespräche an – mit „keinerlei Tendenz“.
Heißt: Eine Entlassung ist nicht mehr ausgeschlossen. Es wäre der siebte Trainerwechsel der laufenden Zweitligasaison. „Aber ich verstehe, dass man im Fußball diese Fragen stellt. Ich habe alles getan, was man tun kann, und ich werde auch alles tun“, gab sich der Trainer bei BILD kämpferisch.
FCN als Zünglein an der Waage
Auch wenn die Fortuna vieles selbst in der Hand hat, wird man in den kommenden Wochen – dann womöglich mit einem neuen Trainer – sicherlich auch dem FCN die Daumen drücken. Schließlich trifft der Club in den nächsten vier Spielen ausschließlich auf Mannschaften, die sich im Abstiegskampf befinden.
Dadurch könnten die Franken für die neun Teams ab Rang zehn, die sich im Abstiegskampf befinden, zum entscheidenden Zünglein an der Waage werden.


