U23 stabilisiert sich nach holprigem Start
Zwar verlor die U23 des 1. FC Nürnberg am vergangenen Wochenende bei der SpVgg Bayreuth mit 1:3. Dennoch konnte Trainer Andy Wolf seine Mannschaft nach einem holprigen Saisonstart zunehmend stabilisieren. Nach nur einem Punkt aus den ersten vier Partien sammelten in den darauffolgenden zwölf Spielen lediglich drei Teams mehr Punkte als der kleine Club. Demzufolge findet sich der Vorjahresmeister nach 16 absolvierten Partien mit 21 Punkten auf einem soliden neunten Tabellenplatz wieder.
„Nach dem Saisonstart hat sich die Mannschaft richtig weiterentwickelt“, blickt Routinier Benedikt Kirsch mit dem CLUBOFKUS auf die zuletzt fünf Spiele andauernde Ungeschlagen-Serie zurück. Dabei betont er, dass sich die aus der Jugend aufgerückten Spieler zunehmend besser an den Herrenfußball gewöhnt hätten und auch die Integration der „Jungs von oben“ inzwischen gut funktioniere: „Wir sind froh, dass wir uns hinten herausgekämpft haben, und jetzt schauen wir nach oben.“
Andy Wolf setzt auf viel Ballbesitz: „Das sieht schon ganz gut aus“
Auffällig ist, dass die Mannschaft von Andy Wolf dabei auf viel Ballbesitz und aktive Kontrolle setzt. Ligaweit weist der kleine Club den zweithöchsten Ballbesitzwert auf und bewegt sich mit über 56 Prozent sogar auf einem ähnlichen Niveau wie die Profis in der 2. Bundesliga mit rund 57 Prozent.
Eine Handschrift des Trainers? „Ich habe lieber den Ball, statt hinterherzulaufen. Aber dafür muss man sich die Bälle auch holen“, entgegnet Wolf auf CLUBFOKUS-Nachfrage. Schließlich möchte der 44-Jährige bei aller Ballbesitzorientierung auch die Defensivarbeit nicht vernachlässigen.
Mit der Umsetzung seiner Spielidee zeigt sich der ehemalige FCN-Profi durchaus zufrieden. Schon in der vergangenen Saison habe seine Mannschaft in dieser Hinsicht gute Ansätze gezeigt: „Im Endeffekt bin ich zufrieden, wie die Jungs das umsetzen. Wie wir uns im Ballbesitz bewegen. Das sieht schon ganz gut aus.“
Anpassung an Profis: „So nah wie möglich“
Doch wie frei ist ein Trainer einer Zweitvertretung eigentlich, wenn es darum geht, seine eigene Spielphilosophie umzusetzen? „Ich muss darauf reagieren, welche Spieler von oben kommen und ich zur Verfügung habe“, verweist Wolf auf die wechselnde Personalsituation. Schließlich setzte er in dieser Saison bereits 31 verschiedene Akteure ein.
Nach dem Aufrücken von Robin Lisewski und Kristian Mandic zu den Profis sowie den Abgängen von Justin von der Hitz und Tino Kusanovic stehen Wolf allerdings weniger Jungprofis regelmäßig zur Verfügung als noch in der Vorsaison. Dennoch sammelten unter anderem Marc Kornwachs Barjuan, Can Moustfa und Marko Soldic bereits Spielpraxis in der U23.
Was die Spielweise angeht, versucht man sich durchaus an der Mannschaft von Trainer Miroslav Klose zu orientieren, um den jungen Spielern den Sprung in den Profibereich zu erleichtern: „Wir versuchen natürlich, uns an die Profis anzulehnen. Wenn meine Jungs nach oben aufrücken, müssen sie wissen, was oben gefragt ist, damit sie sich schnell adaptieren können. Dementsprechend versuchen wir schon, ähnlich zu spielen.“
Gewisse Freiheiten bleiben Wolf dennoch: „Im Grunde gibt es keine feste Vorschrift, die besagt, dass wir das eins zu eins spielen müssen.“ Grundlegende Dinge wie die Frage nach einer Vierer- oder Dreierkette versuche man allerdings schon an den Profis auszurichten. „Wir versuchen natürlich, so nah wie möglich an die Profis heranzukommen und uns anzulehnen, damit die Jungs, die hochgehen, eine Klarheit haben“, betont der ehemalige Abwehrspieler.
U23 zuletzt mit Effizienzproblemen
Was Wolf bei seiner aktuellen Mannschaft hingegen noch fehlt, ist die nötige Effizienz vor dem gegnerischen Tor. Das zeigte sich zuletzt auch bei der Niederlage in Bayreuth. Zwar sei er grundsätzlich zufrieden damit, „wie die Jungs sich die Chancen herausspielen“. Allerdings wäre aus seiner Sicht deutlich mehr möglich: „Das hat man auch gegen Bayern München gesehen: Wir tun uns schwer mit dem Toreschießen. Einfach das zweite oder dritte nachzulegen.“
Tatsächlich ließ seine Mannschaft in den vergangenen beiden Partien, beim 1:3 in Bayreuth und beim 1:1 gegen die U23 des FC Bayern, zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt. Laut Wyscout erspielte sich der kleine Club dabei Chancen für rund sieben statt der tatsächlich erzielten zwei Tore.
Sollte die Wolf-Elf ihre herausgespielten Chancen künftig wieder besser nutzen, stehen die Chancen gut, in den fünf Partien vor der Winterpause noch weiter in der Tabelle klettern zu können. Zunächst warten mit Eichstätt, Landsberg und Vilzing drei Gegner aus der unteren Tabellenhälfte, ehe die Duelle mit den Topteams Unterhaching und Buchbach das Fußballjahr beschließen.


