„Super Fußball“ des FCN
Wenn der 1. FC Nürnberg am Sonntag beim FC St. Pauli gastiert, treffen zwei Mannschaften aufeinander, die in dieser Zweitligasaison jeweils erst eine Niederlage kassiert haben – wenngleich die Hamburger aufgrund ihrer vielen Unentschieden mit sechs Punkten deutlich hinter den Franken liegen. Insofern hat FCSP-Trainer Marcel Rapp auch viele lobende Worte für den kommenden Gast übrig: „Nürnberg spielt einen super Fußball, ist total spielaktiv und gegen den Ball präsent“, fasst der 47-Jährige zusammen.
„Trotzdem sind wir der FC St. Pauli“
„Sie haben viele gute Spieler, die sie in gute Räume bringen. Sie spielen nicht immer gleich. Je nachdem, welcher Spieler spielt, passen sie ein bisschen was an. Aber die Spieler fühlen sich wohl auf dem Platz, das sieht man auch“, so Rapp, der die 2:5-Pokalniederlage in Leverkusen anführt, bei der er dem FCN „ein gutes Spiel“ attestierte.
„Trotzdem sind wir der FC St. Pauli“, will der gebürtige Badener den Gegner offenbar nicht allzu sehr loben und den Fokus auf die eigenen Stärken legen: „Wir haben auch gute Spieler und den Anspruch, dass wir gegen jeden Gegner gewinnen können.“
FCN im 1-gegen-1? „Nicht so einfach gegen uns“
Was Rapp optimistisch zu stimmen scheint, ist die Herangehensweise der Mannschaft von Trainer Miroslav Klose: „Viel 1-gegen-1, viel hohes Pressing“, beschreibt er das aktive Nürnberger Spiel gegen den Ball, das seiner Mannschaft offenbar entgegenkommen könnte.
„Grundsätzlich haben wir eine gute Mannschaft und es ist nicht so einfach, gegen uns 1-gegen-1 zu verteidigen“, erklärt Rapp und sieht sein Team „gut vorbereitet“.
Viel Tempo und Tiefgang
Was Rapp damit meinen könnte? Das deutete bereits der Trainer des SV Darmstadt 98 vor dem Spiel seiner Mannschaft gegen den FC St. Pauli in der vergangenen Woche an, das letztlich 0:0 endete: „Sie sind sehr schwer zu pressen und variabel.“
Tatsächlich arbeiten die Kiezkicker mit einigen Gegenbewegungen und attackieren dadurch immer wieder die Tiefe. „Sie haben unheimlich viel Tempo in der letzten Linie und zwei sehr schnelle Stürmer“, analysierte der Lilien-Trainer.
FCN wie in Cottbus?
Eine Herangehensweise, die das mannorientierte Verteidigen des 1. FC Nürnberg vor Probleme stellen könnte. Insbesondere dann, wenn man wie beim letzten Auswärtsspiel in der Liga in Cottbus gedanklich zu langsam agiert und die Zuordnung nicht stimmt.
Die beiden darauffolgenden Auftritte gegen den 1. FC Kaiserslautern und zumindest die erste Hälfte gegen Bayer Leverkusen sollten allerdings Zuversicht geben, dass Klose seine Spieler für Sonntag entsprechend einstellt und der Club möglichst von Beginn an Zugriff auf die St. Paulianer bekommt. Denn dann dürfte auch die Qualität des FCN im 1-gegen-1 zum Tragen kommen.


