So kann der FCN Leverkusen ärgern: Was Hoffenheim vorgemacht hat

Bayer Leverkusen zählt zu den offensivstärksten Mannschaften der Bundesliga. Doch das jüngste Spiel gegen Hoffenheim zeigt, wo der 1. FC Nürnberg ansetzen könnte.

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Foto: DO IT NOW Media

Underdog

In der laufenden Zweitligasaison kam es noch nicht oft vor, dass der 1. FC Nürnberg nicht als Favorit in eine Partie ging. Die Ausgangslage ändert sich für den FCN in der zweiten DFB-Pokalrunde nun massiv. Beim Aufeinandertreffen mit Bayer 04 Leverkusen ist der Club der große Außenseiter – auch wenn beim Gegner mit Moussa Diaby, Loïc Badé, Christian Kofane oder Guéla Doué ebenso wie beim FCN wichtige Spieler fehlen.

„Wir haben uns viele Sachen von Bayer analysiert. Sie sind individuell top besetzt. Wir wissen aber auch nicht, wie und ob sie rotieren werden“, blickt Nürnbergs Trainer Miroslav Klose auf das Duell.

Auf anderem Niveau

Zwar gibt es grundsätzlich zwischen den Franken und der Werkself einige Parallelen. Beide Mannschaften stehen weit oben in der Tabelle, setzen auf ein 4-2-3-1 als Grundformation und legen Wert auf fußballerische Lösungen. Auch die Ballbesitzwerte (55%) und die Passquote (87%) Leverkusens entsprechen nahezu denen des Clubs.

Allerdings spielt Bayer in der Bundesliga und bringt entsprechend eine nochmals deutlich höhere individuelle Qualität mit, wie auch Klose betont: „Für uns ist es ein Highlightspiel. Wir können uns gegen eine Top-Mannschaft messen.“

Offensivstark

Seit Carles Martínez im Sommer das Traineramt übernahm, präsentiert sich Leverkusen offensiv extrem gefährlich. In den ersten zehn Pflichtspielen unter seiner Regie gelangen immer mindestens zwei Treffer, was einen neuen Rekord im deutschen Profifußball seit Gründung der Bundesliga 1963/64 darstellte.

Lediglich der FC Bayern gibt in der Bundesliga bislang mehr Schüsse ab. Auffällig ist auch, dass Leverkusen jedes seiner 16 Ligatore aus dem Spiel heraus erzielte – Standards sind bislang also noch nicht das Steckenpferd des Europa-League-Teilnehmers.

Besonders gefährlich wird die Werkself dagegen nach Hereingaben. Leverkusen schlägt die zweitmeisten Flanken der Liga und erzielte mit fünf Treffern danach auch die zweitmeisten Tore. Beide Werte werden lediglich vom FSV Mainz 05 übertroffen.

Beispiel TSG?

Somit wird der FCN angesichts dieser Qualitäten in der Defensive extrem wachsam sein müssen. Und dennoch könnte das jüngste Bundesligaspiel der Werkself zumindest leichte Hoffnungen wecken.

Schließlich kündigte Klose bereits an, an der defensiven Herangehensweise nicht grundlegend viel ändern zu wollen. Ausgehend vom 4-2-3-1 dürfte der Club somit erneut viele Mann-gegen-Mann-Duelle suchen.

Auch die TSG Hoffenheim verteidigte am Sonntagabend gegen Leverkusen über das gesamte Spielfeld im Eins-gegen-eins. Am Ende gewann man mit 3:0, ließ lediglich einen Schuss auf das eigene Tor zu. Auch die 15 Strafraumaktionen der Werkself stellten deren Saisontiefstwert dar.

Im Gegenzug muss beim Club natürlich von Beginn an die Zuordnung stimmen und sich jeder seiner Aufgabe bewusst sein. Angesichts der gegnerischen Qualität können schließlich bereits kleine Fehler und Unaufmerksamkeiten schnell bestraft werden.

„Wir werden aber auch mal im tiefen Block verteidigen müssen“, weiß Klose, dass es aber sicherlich auch solche Phasen zu überstehen gilt.

Momente nutzen

Auch offensiv könnte die TSG als Beispiel für den Club dienen. Hoffenheim nutzte unter anderem beim 2:0 und 3:0 Umschaltsituationen zum Torerfolg.

Da Leverkusen in der Bundesliga bislang immerhin die viertmeisten Abschlüsse nach gegnerischen Kontern zulässt, könnte sich auch für den FCN hier eine Chance bieten – wenngleich dafür natürlich das Tempo und der Tiefgang von Mohamed Ali Zoma fehlen.

Interessant wird aber vor allem, wie der Club mit Ball agieren wird. Schließlich ist dies eine der großen Stärken der Klose-Elf. Gegen Cottbus, Wolfsburg und Kaiserslautern hatten die Franken zunächst Schwierigkeiten, in ihr Ballbesitzspiel zu finden, konnten sich mit fortlaufender Spieldauer aber steigern.

Ob dies auch in Leverkusen gelingen wird, bleibt abzuwarten. „Deswegen müssen meine Jungs mutig sein. Ich weiß, dass wir unsere Chancen haben werden. Wir wollen den Favorit ins Wanken bringen“, gibt Klose jedenfalls die Richtung vor.