Während andere zögerten: Wie sich der FCN einen Vorteil beim Scouting sicherte

Joti Chatzialexiou erklärt, wie die Zusammenarbeit des 1. FC Nürnberg mit Jamestown zustande kam – und warum gute Daten allein für einen Transfer nicht reichen.

1. FC Nürnberg FCN News Analyse Joti Chatzialexiou
Foto: DO IT NOW Media

Kontakt über das eigene Netzwerk

Joti Chatzialexiou setzt auf Daten – und „wollte einen sehr guten Datenanbieter“, wie er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärt. Beim 1. FC Nürnberg fiel die Wahl auf Jamestown Analytics. Seit Juni 2025 unterstützt das britische Unternehmen den FCN beim Scouting und bei der Bewertung möglicher Neuzugänge.

Den Kontakt stellte Chatzialexiou selbst über sein Netzwerk her. Von der Qualität des Anbieters war der Sportvorstand bereits überzeugt, anschließend folgten mehrere Gespräche. Rückblickend bezeichnet er die Kooperation als „mit unser bester Draft“. Jamestown habe den Club in den Transferfenstern und bei der Spielerakquise maßgeblich unterstützt.

Andere Vereine zögerten

Nach Chatzialexious Kenntnis waren andere deutsche Vereine zunächst zurückhaltend. Der Club entschied sich dagegen bewusst für die Zusammenarbeit: „Wir machen das aus Überzeugung.“

Neben Nürnberg nutzen unter anderem Brighton, Como und Union Saint-Gilloise die Dienste des Unternehmens. Für Jamestown sei dabei auch die Möglichkeit interessant gewesen, beim FCN gemeinsam etwas aufzubauen: „Wir spielen zwar nicht oben in der Champions League mit, sie können aber mit uns gemeinsam etwas aufbauen. Das war, glaube ich, für das Unternehmen interessant.“

Mehr als Zahlen

Wie die Arbeit im Alltag funktioniert, hatte Chatzialexiou bereits unter anderem im Sommer erläutert. Der Austausch mit Jamestown erstrecke sich „über jeden Transfer und jeden Spieler“.

Die Ergebnisse übernimmt der Club allerdings nicht ungeprüft. „Trotzdem haben wir noch unsere Scouts“, erklärte Chatzialexiou im Juli. Diese beurteilen ebenfalls, ob ein Kandidat zum FCN passt. Die externe Unterstützung erweitert somit die Möglichkeiten einer vergleichsweise kleinen Abteilung.

Die Mannschaft muss zusammenpassen

Auch die Persönlichkeit spielt bei der Auswahl eine entscheidende Rolle. Daten seien hilfreich, doch „noch besser ist das Auge und das Menschliche“, betonte Chatzialexiou damals. Mit Matthias Wallenwein als Leiter Recruitment & Innovation verstärkte der FCN deshalb auch diesen Bereich.

In der dpa-Meldung unterstreicht der Sportvorstand erneut, dass sportliche Qualität allein keine Verpflichtung rechtfertigt: „Die Kabine ist uns einfach sehr wichtig.“

Fehlen einem Kandidaten entscheidende Charaktereigenschaften, passt er trotz seiner fußballerischen Fähigkeiten möglicherweise nicht zum Club. „Heute sind wir dankbar und glücklich darüber, dass wir so ein gutes Verhältnis zu den Kollegen haben, die uns da unterstützen“, freut sich Chatzialexiou noch immer über die Zusammenarbeit mit Jamestown.