Zweitliga-Trainer vor Endspiel – zwei Kollegen verschaffen sich Luft

Nach dem ersten Trainerwechsel infolge einer Niederlage beim 1. FC Nürnberg wächst auch bei anderen Zweitligisten der Druck. Ein Trainerkollege Miroslav Kloses muss am Sonntag besonders liefern.

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Nach FCN-Spiel: Bislang ein Trainerwechsel in Liga 2

Einen Trainerwechsel hat die 2. Bundesliga in den ersten acht Spieltagen bereits erlebt. Nach der 1:2-Niederlage beim 1. FC Nürnberg entschied sich Hannover 96, Christian Titz freizustellen. Sein Nachfolger Sandro Wagner steht nach nur einem Punkt aus den ersten beiden Partien allerdings ebenfalls schon unter Zugzwang. Schließlich wartet mit dem prestigeträchtigen Niedersachsenderby bei Eintracht Braunschweig eine besonders brisante Aufgabe. Ein ausbleibender Erfolg könnte beim ambitionierten Zweitligisten für den nächsten Stimmungsdämpfer sorgen.

Job-Rettung durch VAR?

Noch prekärer war die Lage vor dem neunten Spieltag allerdings für drei weitere Kollegen von Miroslav Klose. Insbesondere Uwe Rösler stand nach nur sieben Punkten aus acht Spielen beim VfL Bochum in der Kritik. Zwar blieben die Westfalen auch im fünften Heimspiel dieser Saison sieglos. Dennoch dürfte der Punktgewinn in diesem kolportierten Endspiel seinem Trainer vorerst den Job gesichert haben.

Schließlich zeigte der VfL beim 1:1 gegen den Ligakrösus VfL Wolfsburg eine couragierte Leistung und war gemessen an den Torchancen sogar die tendenziell bessere Mannschaft. Sowohl spielerisch als auch atmosphärisch ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

„Ich muss mich bei der Mannschaft und den Fans bedanken, wie sie heute reagiert haben. Ich denke, unseren Fans hat unser Fußball gefallen und unsere Antwort auf unsere Gespräche“, sagte Rösler mit Blick auf eine Aussprache mit den Anhängern unter der Woche. „Wir haben Taten folgen lassen, das war ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung.“

Umso dramatischer: In der Nachspielzeit wurde den Wölfen der vermeintliche Siegtreffer nach einem Handspiel durch den VAR aberkannt – eine Entscheidung, die auch für Röslers Zukunft nicht ganz unwichtig gewesen sein dürfte.

Reaktion auf Debakel

Ebenfalls zumindest einen Punkt konnte Darmstadt 98 nach seinem schwachen Saisonstart einfahren. Vor heimischer Kulisse trennten sich die Hessen von den schwer zu schlagenden St. Paulianern, die erst eines ihrer neun Ligaspiele verloren haben und der nächste Gegner des FCN sind, mit 0:0.

Mit nun acht Zählern stecken die Lilien ebenso wie der VfL Bochum weiterhin im unteren Tabellendrittel. Immerhin konnten sie ihren positiven Heimtrend mit sieben Punkten aus den vergangenen drei Partien aufrechterhalten. Auch deshalb dürfte Florian Kohfeldt vorerst nicht zur Debatte stehen.

Zumal Darmstadt nach der desolaten 0:4-Niederlage in Karlsruhe in der Vorwoche eine Reaktion zeigte. Zuvor hatte es eine Aussprache innerhalb der Mannschaft gegeben. „Die Aussprache war emotional, das ist fast wichtiger, als sich gegenseitig die Köpfe einzuhauen“, erklärte Kapitän Marcel Schuhen gegenüber der Hessenschau. „Es war eine schwierige Woche, eine verdient schwierige Woche. Wir haben aber heute eine gute Geschlossenheit gezeigt. Das war eine deutliche Steigerung.“

Endspiel für Walter?

Während Rösler und Kohfeldt mit ihren Mannschaften zumindest eine Reaktion zeigen konnten, steht Tim Walter mit Holstein Kiel am Sonntag womöglich vor einem richtungsweisenden Spiel. Die Norddeutschen rangieren als einziges noch siegloses Team der 2. Bundesliga am Tabellenende und stehen damit im Heimspiel gegen Dynamo Dresden gehörig unter Druck.

Die Schleswig-Holsteinische Zeitung spricht bereits von einem „Endspiel für Walter“. Sollte der erhoffte Befreiungsschlag ausbleiben, könnte die erst im Februar begonnene Amtszeit des KSV-Trainers schon wieder zu Ende gehen.

Nach dem 0:0 in der Vorwoche gegen den bis dahin verlustpunktfreien Tabellenführer Hertha BSC hatte der ehemalige FCN-Sportdirektor und heutige Kieler Sportchef Olaf Rebbe seinem Trainer zwar noch den Rücken gestärkt. Zugleich machte er bei Sky allerdings deutlich: „Aber klar ist auch, dass für uns nur Siege zählen, um da unten herauszukommen.“ Umso spannender dürfte am Sonntag der Blick in den hohen Norden werden.