Nach Schock: Wer ersetzt Zoma?
Schon die verletzungsbedingte Auswechslung von Mohamed Ali Zoma in Cottbus war ein Schock für den 1. FC Nürnberg. Die anschließende Diagnose brachte schließlich die Gewissheit über das ganze Ausmaß: Aufgrund einer Schulteroperation wird der bisherige Toptorjäger mindestens bis Jahresende fehlen. Umso mehr stellt sich die Frage, wie der 22-Jährige ersetzt werden könnte. „Eins zu eins kann man ihn nicht ersetzen“, stellte Miroslav Klose bereits am Sky-Mikrofon fest, betonte aber gleichzeitig: „Wir haben Spieler mit anderen Qualitäten.“
Klose überrascht mit Anordnung
Beim 1:1-Unentschieden am vergangenen Wochenende gab es bereits einen Vorgeschmack darauf, wie die Aufstellung des FCN ohne Zoma aussehen könnte. Dabei überraschte Klose ab Mitte der zweiten Halbzeit mit seiner offensiven Anordnung. Nachdem William Bøving nach seiner Einwechslung in der 33. Minute zunächst Zomas Position auf der linken Seite übernommen hatte, veränderte sich die offensive Dreierreihe hinter Piet Scobel mit der Einwechslung von Rafael Lubach in der 65. Minute erneut.
Bøving Mitte, Lubach links, Justvan rechts
Lubach, der normalerweise im Zentrum zu Hause ist, bekleidete fortan die Position auf der linken Seite. Dafür rückte Bøving, der in all seinen bisherigen Spielminuten für den Club auf der Außenbahn zum Einsatz gekommen war, auf die Zehnerposition. Julian Justvan, der nach der Verletzung von Finn Becker zuletzt zweimal im Zentrum gestartet war, kehrte für den ausgewechselten Rayan Ghrieb auf die rechte Seite zurück, auf der er bereits an den ersten sechs Spieltagen begonnen hatte. Eine Anordnung, die mit diesem Personal kaum zu erwarten war.
Erfolg gibt Klose recht
Ein eindeutiger Grund für diese Umstellung war nicht auszumachen. Schließlich hätten alle drei Akteure in dieser Konstellation auch ihre jeweils zuletzt gewohnten Positionen bekleiden können. Andererseits waren die neuen Rollen für keinen der Beteiligten völlig fremd.
Zumal der Erfolg Klose recht gab: Ab dieser Umstellung verzeichneten die Franken 74 Prozent Ballbesitz und 10:2 Abschlüsse. Zudem gelang es ihnen, den 0:1-Rückstand zu egalisieren. Insbesondere Lubach brachte über die linke Seite viel Energie ins Spiel, während Justvan auf rechts mehr Ballaktionen verzeichnete als in den 64 Minuten zuvor im Zentrum.
Aufstellung scheint offen
Dementsprechend könnte diese Anordnung eine ernsthafte Option für das kommende Heimspiel am Samstagabend gegen den 1. FC Kaiserslautern werden. Zumal Ghrieb zuvor mit einigen falschen Entscheidungen und einem durchwachsenen Spiel gegen den Ball nicht vollends überzeugen konnte.
Da Bøving allerdings sowohl hinter Scobel als auch zuvor auf der linken Seite wenig Einfluss auf das Spiel nahm, dürfte die Trainingswoche entscheidend dafür werden, für welche Konstellation sich Klose am Samstag letztlich entscheidet. In der Vergangenheit war der FCN-Trainer jedenfalls nicht dafür bekannt, größere Änderungen an seiner Startelf vorzunehmen.


