„Er ist nicht verkauft, wie behauptet wurde“ – Platzt dieser Wintertransfer für den FCN?

Der 1. FC Nürnberg bestätigte bereits das Interesse am Spieler, Medien meldeten zwischenzeitlich Vollzug.

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Foto: DO IT NOW Media

FCN auf Sechsersuche

Bereits im Sommer wollte sich der 1. FC Nürnberg eigentlich im defensiven Mittelfeld verstärken. „Da haben wir tatsächlich gesucht“, bestätigte Sportvorstand Joti Chatzialexiou nach Ende des Transferfensters die Suche nach einem weiteren Spieler für diese Position, wenngleich er seine Mannschaft mit Adam Markhiyev und Javier Fernandez bereits gut besetzt sah: „Wir haben zwei sehr, sehr gute Sechser. Und haben trotzdem immer wieder die Augen offengehalten.“ Bekanntermaßen scheiterte nach langem Poker der Transfer von Rajmund Toth zum FCN.

Argentinier sollte im Winter kommen

Stattdessen soll Verstärkung im Januar kommen. „Obradovich, der jetzt auch zuletzt in aller Munde war, war nie schon für den Sommer vorgesehen. In den Verhandlungen ging es immer um einen Wintertransfer“, bestätigte Chatzialexiou dieses Vorhaben bereits vor einigen Wochen. Kurz darauf meldete Tribuna.com, dass der Wechsel von Felipe Obradovich vom argentinischen Zweitligisten Club Ferro Carril Oeste ins Frankenland bereits feststehe. Demnach sollte der 19-jährige Argentinier einen Vertrag bis 2031 erhalten. Die kolportierte Ablösesumme lag bei einer Million Euro, zudem sollte eine Weiterverkaufsbeteiligung vereinbart worden sein.

Vereinspräsident dementiert Abgang

Derartigen Meldungen, wonach ein Abgang Obradovichs von Ferro bereits beschlossene Sache sei, widersprach nun der neue Vereinspräsident Patricio Baigorrotegui in einem Interview mit der argentinischen Zeitung La Nación: „Er ist nicht verkauft, wie behauptet wurde“, erklärte der 45-Jährige mit dem Hinweis darauf, dass ein Angebot vorliege, das man erst zum Jahresende prüfen werde – ohne einen Interessenten zu benennen. Eine Ablösevorstellung gab Baigorrotegui ebenfalls preis: „Wenn wir aufsteigen, wäre es normal, ihn für drei Millionen US-Dollar zu transferieren.“

Auf Aufstiegskurs

Derzeit befinden sich Obradovich und Ferro auf der Zielgeraden der laufenden Saison, die mit dem Kalenderjahr endet. Drei Spieltage vor Schluss ist man mit vier Punkten Vorsprung auf Rang zwei auf einem guten Weg, eine der beiden Gruppen mit jeweils 18 Mannschaften zu gewinnen und ins Finale um den Aufstieg gegen den anderen Gruppensieger einzuziehen. Selbst bei einer Finalniederlage wäre über die Play-offs noch ein zweiter Aufstiegsplatz zu erreichen.

Ferro mit Verkaufsdruck

Obradovich spielt bei dem großen Traum, den Verein nach 26 Jahren Abstinenz zurück in die erste Liga zu führen, eine gewichtige Rolle im defensiven Mittelfeld. So führte beispielsweise nur ein Spieler aller 36 Vereine über die gesamte bisherige Saison hinweg mehr Defensivzweikämpfe als der Nürnberger Wunschspieler.

Dass Ferro den Spieler abgeben wird, scheint allerdings nahezu sicher. Schließlich befindet sich der Verein – ähnlich wie der FCN in den letzten Jahren – unter Verkaufsdruck: „Ferro muss kontinuierlich Spieler verkaufen, denn das ist unsere einzige außerordentliche Einnahmequelle. Dadurch lassen sich die Finanzen stabilisieren“, verrät Präsident Baigorrotegui.

Verhandlungen ab November oder Dezember?

Insofern bleibt weiterhin abzuwarten, ob der 1. FC Nürnberg und Club Ferro Carril Oeste eine Einigung über Felipe Obradovich finden können. Dass Chatzialexiou und Co. die angesprochenen, in Euro umgerechnet fast 2,7 Millionen bezahlen, scheint allerdings unwahrscheinlich. Frühestens nach dem 31. Oktober, wenn das Finale der beiden Gruppensieger ausgetragen wurde, könnten angesichts der von Baigorrotegui getätigten Aussagen die Verhandlungen beginnen. Mögliche Playoffs wären erst spätestens Mitte Dezember zu Ende.