Historisches Debüt
Der 1. FC Nürnberg kann etwas vorweisen, was noch nie zuvor ein Verein in der 2. Bundesliga vorweisen konnte: einen Spieler, der nicht nur für die italienische Nationalmannschaft nominiert wurde, sondern während der abgelaufenen Länderspielpause sogar sein Debüt feiern durfte. Bei der 0:2-Niederlage Italiens gegen Belgien wurde FCN-Angreifer Mohamed Ali Zoma in der 80. Minute eingewechselt – ein historischer Moment.
Rekordverdächtiges Angebot
Wie gut der 22-Jährige ist, beweist nicht nur sein Nationalmannschaftsdebüt, das er sich mit seiner nun schon seit vielen Monaten anhaltenden Topform verdiente. Auch das Interesse an seinen Diensten in der vergangenen Sommertransferperiode spricht eine klare Sprache.
Bundesligisten wie der VfB Stuttgart und Werder Bremen sollen sich für Zoma interessiert haben, Premier-League-Absteiger West Ham United sogar mit einem Angebot von 20 Millionen Euro inklusive Boni abgeblitzt sein. Sportvorstand Joti Chatzialexiou und Co. trafen die Entscheidung, den derzeitigen Toptorjäger der 2. Bundesliga aus sportlichen Gesichtspunkten zu behalten.
Klose mit Nachricht an die 2. Bundesliga
Dass Zoma seine starke Bilanz von bereits 16 Ligatoren seit Jahresbeginn – sechs davon an den ersten sechs Spieltagen dieser Saison – weiterhin ausbauen wird, scheint nur schwer zu verhindern. So scheint es jedenfalls Miroslav Klose zu sehen, wie er im Vorfeld des Topspiels gegen den VfL Wolfsburg im RTL-Interview zu verstehen gab: „Wir wissen, wie er gekommen ist, welche Schritte wir zusammen gehen wollten, was es bis jetzt erreicht hat“, konstatiert der Trainer die bislang beeindruckende Entwicklung seines Stürmers, der im Sommer 2025 aus der dritten italienischen Liga kam.
Und schiebt fast schon eine Drohung an den Rest der 2. Bundesliga hinterher: „Aber er ist ja noch nicht fertig“, sieht Klose weiterhin Potenzial und ergänzt mit einem Lächeln: „Das ist leider für die Gegner das Schlimme, dass die Entwicklung noch nicht zu Ende ist.“ Schon jetzt sei es für die Gegenspieler nur schwer, Zoma aus dem Spiel zu nehmen: „Du musst ihn immer doppelt decken. Einer reicht mittlerweile nicht mehr.“
Bodenständiger Zoma
Worte eines Weltmeisters, die so manchen jungen Fußballer zum Abheben bringen könnten – nicht allerdings Zoma: „Der Junge ist so schüchtern. Wenn er wüsste, was er alles kann, dann könnte er ein bisschen mehr aus sich herauskommen“, verriet Klose nach dem letzten Sieg in Karlsruhe am Sky-Mikrofon.
Der Rummel rund um seine Person und sein Nationalmannschaftsdebüt scheinen den bodenständigen Zoma stattdessen weiter anzutreiben: „Ich bin jetzt aber nur noch motivierter, um weiter an mir zu arbeiten und besser zu werden, damit ich auch dieses Niveau erreichen und mich steigern kann“, sagte er gegenüber dem FCN über seine Zeit bei der Squadra Azzurra.
Zoma-Verkauf Frage der Zeit
Dass der 1. FC Nürnberg Zoma nach dieser Saison nicht mehr halten kann, scheint fast sicher – ein Verkauf sei nur „eine Frage der Zeit“, wie Chatzialexiou bereits ankündigte. Doch bis dahin dürften sich die Clubfans noch auf die besonderen Qualitäten des blitzschnellen Rechtsfußes freuen – während sich die Gegner überlegen müssen, wie sie den FCN-Star möglichst aus dem Spiel nehmen können, ohne dadurch an anderer Stelle zu viele Abstriche einzugehen.


