DFB lobt FCN-Ausbildung: „Sie sind Vorreiter“

Der 1. FC Nürnberg erhält für seine Arbeit im Nachwuchs viel Anerkennung.

1. FC Nürnberg FCN News Analyse CLUBFOKUS.de Dieter Frey Joti Chatzialexiou
Foto: FCN.de

FCN bildet aus

In der noch jungen, aber erfolgreichen Saison konnten sich mit Eric Porstner und Tim Janisch zwei Eigengewächse des 1. FC Nürnberg in der Startelf etablieren. Kein Zufall – schließlich brachte der FCN bereits in der Vergangenheit mit Spielern wie Finn Jeltsch, Can Uzun oder Nathaniel Brown immer wieder große Talente aus dem eigenen Nachwuchs hervor.

DFB-Lob

Lob gibt es dafür nun auch vom DFB, wie dieser auf seiner Website schreibt. Thema ist dabei die Trainingsphilosophie Deutschland (TPD), bei der unter anderem eine hohe Nettospielzeit der Talente sowie viele Ballaktionen im Training im Mittelpunkt stehen sollen. Freude, Intensität und Wiederholung sind dabei die drei Überbegriffe. Um dies zu ermöglichen, setzt man im Training auf viele kleine Spielformen – also vom 1-gegen-1 bis zum 4-gegen-4 mit bestimmten Provokationsregeln.

„Die Nürnberger haben die TPD nicht einfach nur für sich übernommen. Sie sind Vordenker. Während der Corona-Zeit haben sie an einer eigenen Spiel- und Trainingsidee gefeilt“, hebt der Deutsche Fußball-Bund die Franken als Positivbeispiel hervor. „Unser oberster Trainingsgrundsatz lautet: Fußball durch Fußball, also Spielen erlernen“, skizziert FCN-Nachwuchschef Dieter Frey die dahinterstehende Idee.

Schlüssel zur Meisterschaft

Der Trainingsaufbau soll gerade im Nachwuchs möglichst einfach sein – und man möchte sich „nicht mit tausend Hütchen auf dem Platz zu Tode üben“.

Frey betont gleichzeitig, dass der gesamte Verein diese Ausbildungsidee mitträgt. Als Beispiel nennt er die U23, die mit diesen Trainingsformen im Vorjahr sogar die Meisterschaft der Regionalliga Bayern einfuhr: „Turnierformen im 4-gegen-4, 5-gegen-5 oder 6-gegen-6 sind fast jede Woche Gegenstand des Trainings.“

Um positionsspezifische Inhalte wie Flanken oder Defensivkopfbälle nicht zu vernachlässigen, übt man diese intensiv im Individualtraining.

Einer von vier Vereinen

Neben dem 1. FC Nürnberg erwähnt der DFB noch die Vereine VfB Stuttgart, FC Bayern München und SC Freiburg als positive Beispiele, wie man die TPD in den Alltag integriert.

„Durch kleine Spielformen auf mehreren Feldern werden alle Spieler besser. Der Kreisklassenkicker wird zum Bezirksligaspieler, jemand aus der Verbands- schafft es in die Oberliga“, kommentiert DFB-Direktor Hannes Wolf den dahinterstehenden Gedanken. Da er gleichzeitig U20-Trainer ist, konnte er sich von einem Nürnberger beim vergangenen Lehrgang erst selbst ein Bild machen – als Eric Porstner unter seiner Regie für den DFB debütierte.