Reißt die FCN-Serie in Karlsruhe? „Wenn wir zwei, drei Ausfälle haben..“

Auf den 1. FC Nürnberg wartet ein echter Stresstest gegen einen intensiven Gegner.

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Foto: DO IT NOW Media

KSC mit neuer Zeitrechnung

Zuletzt verliefen die Auswärtsspiele des 1. FC Nürnberg unter Miroslav Klose beim Karlsruher SC negativ. Zweimal in Folge ging der FCN dort als Verlierer vom Platz. Für das Duell am kommenden Wochenende dürfte das allerdings schon allein deshalb kaum Aussagekraft besitzen, weil beim KSC in diesem Sommer fast schon eine neue Zeitrechnung begonnen hat. Denn nach über sechs Jahren trennte man sich von Trainer Christian Eichner, dessen Nachfolge Maximilian Senft übernahm.

Anderer KSC nach Eichner

Der 37-jährige Österreicher konnte den Badenern an den ersten fünf Spieltagen bereits seine Handschrift verleihen. Während der KSC in der Vorsaison unter Eichner eher abwartend verteidigte, zählt man unter Senft diesbezüglich zu den intensivsten Teams dieser noch jungen Saison.

Stellvertretend dafür stehen die statistischen Werte: Laut Wyscout weist Karlsruhe die durchschnittlich höchste Pressingintensität (PPDA) auf und spulte bislang sowohl die höchste Laufdistanz als auch die meisten intensiven Läufe ab. Insofern darf sich der Club schon im Spielaufbau auf einen echten Stresstest einstellen. Schließlich resultierten aus dieser Herangehensweise bislang auch die meisten hohen Balleroberungen in der 2. Bundesliga.

Enge Spiele, aber nur fünf Punkte

Dass die veränderte Spielweise noch nicht völlig verinnerlicht ist, zeigt schon allein der Blick auf die durchwachsene Punkteausbeute von fünf Zählern. Wenngleich der KSC gegen keinen seiner bisherigen Gegner – unter anderem bereits Wolfsburg, Kaiserslautern und Hannover 96 – hoffnungslos unterlegen war und die Partien jeweils auch anders hätten laufen können.

„Bis zum Cottbus-Spiel war in jedem Spiel eine Steigerung dabei, jedoch nicht bei den Ergebnissen“, so Senft. In der Vorwoche verloren die Karlsruher vor heimischer Kulisse im Ergebnis dennoch deutlich mit 0:3. Trotz einer ersten Halbzeit, in der man selbst ebenfalls hätte treffen können, sah der Coach bei seiner Mannschaft insbesondere Mängel im Verteidigen.

Viele Abschlüsse, variables Mittelfeld

In der Offensive gab der KSC knapp hinter Wolfsburg und gemeinsam mit dem FCN sogar die zweitmeisten Schüsse der Liga ab. Der Unterschied: Der Club erzielte aus seinen 90 Abschlüssen 15 Tore – Karlsruhe dagegen nur sechs. Ein gern genutztes Mittel der Badener sind dabei Fernschüsse aus dem Rückraum.

Ohnehin setzt der KSC im Vergleich zu den vergangenen Jahren weniger auf Flanken und sucht dafür häufiger den Weg durchs Zentrum. Dafür steht Senft ein variables Mittelfeld um Kapitän Marvin Wanitzek zur Verfügung.

Besonders wenn man sie lässt, zeigen die Karlsruher, dass sie ebenfalls über gute Fußballer verfügen und kontrolliert über ihre Viererkette aufbauen können. Werden sie hingegen hoch zugestellt, wird auch mal der lange Ball forciert und anschließend mit viel Personal nachgerückt. Ohne den länger ausfallenden Zielspieler Moritz Broschinski dürfte der KSC mit den eher klein gewachsenen Louey Ben Farhat und Shio Fukuda vor allem die Tiefe hinter der Nürnberger Abwehrreihe attackieren.

Reißt die Serie?

Unter dem Strich darf sich der 1. FC Nürnberg auf einen intensiven Gegner einstellen, der gerade in der Anfangsphase vor heimischer Kulisse im Wildpark versuchen wird, gemeinsam mit dem Publikum Druck zu entwickeln. Dagegen könnten längere Ballbesitzphasen helfen – zumal der KSC im tiefen Verteidigen Probleme offenbarte und diese gegen die hohe fränkische Offensivqualität umso stärker zum Vorschein kommen könnten.

„Wenn wir, wie in Kiel, zwei, drei Ausfälle haben, dann wird es nicht funktionieren“, weiß Miroslav Klose allerdings um die Gefahr, dass die Ungeschlagen-Serie in Karlsruhe reißen könnte. Denn auf der anderen Seite steht eine Mannschaft, die heiß darauf ist, das Momentum diesmal auf ihre Seite zu ziehen und den Club „unbedingt schlagen“ will.