Otto sticht bei FCN-Sieg hervor
Beim überzeugenden 2:1-Heimsieg des 1. FC Nürnberg über Hannover 96 gab es einmal mehr einige Spieler, die individuell herausstachen. Trotz des gerade offensiv starken zweiten Durchgangs – nie zuvor kreierte der FCN unter Miroslav Klose innerhalb einer Halbzeit mehr Abschlüsse (15) – stach beim Club auch ein Defensivspieler hervor. Innenverteidiger Fynn Otto machte eine starke Partie und präsentierte sich sowohl mit als auch gegen den Ball nahezu fehlerfrei.
Starke Antwort auf Kiel-Wackler
Mit laut Wyscout 83 Prozent gewonnenen Defensivzweikämpfen, 100 Prozent gewonnenen Kopfballduellen und den meisten Balleroberungen der Partie (13) war der 24-Jährige mitverantwortlich dafür, dass die Hannoveraner letztlich nur zu neun Abschlüssen kamen und ohne den glücklichen Handelfmeter lediglich magere 0,49 Expected Goals kreierten.
Eine starke Antwort auf die Partie in Kiel, als Otto bei einem Gegentor unglücklich agierte und erste Forderungen nach einem Vorzug des zuvor stark debütierenden Kristian Mandic aufkamen.
Clevere Lösungen mit Ball
Was Otto im auf spielerische Lösungen fokussierten FCN-Spiel noch wertvoller macht, ist seine Qualität mit dem Ball. Dass das gerne früh störende Hannover dem Gegner so viele Pässe im Spielaufbau gewährte wie zuvor noch nicht in dieser Saison, lag dementsprechend auch am Neuzugang vom SC Verl. Das bekräftigt allein schon ein Blick auf seine Passquote von 97 Prozent – darunter 100 Prozent seiner Zuspiele unter Druck.
Immer wieder fand der Abwehrspieler clevere vertikale Lösungen, um für mehr Progressivität zu sorgen und das Tempo hochzuhalten. Darauf angesprochen entgegnete Miroslav Klose: „Das ist ganz wichtig, dass wir diese Spieler haben, die immer nach vorne schauen und nach vorne Lösungen finden, mal drüber chippen“ und empfand das Spiel seines Innenverteidigers als „richtig gut“.
„Fynn Otto-Special“
Otto selbst muss sich manchmal zurückhalten, nicht zu sehr ins „Zocken“ zu kommen, wie er bereits beim Trainingsauftakt verriet. Das war auch gegen Hannover zu sehen, wie er nach der Partie selbst erkannte: „In der ersten Halbzeit hatte ich diesen einen Tunnler, wo ich unnötig ins Risiko gehe in der eigenen Hälfte“, erinnerte er sich und schob mit einem Lächeln nach: „das war so ‘Fynn Otto-Special‘ sage ich mal“.
Tatsächlich gewann er an diesem Freitagabend fünf seiner fünf Offensivzweikämpfe – darunter zwei Dribblings. Ein ungewöhnlich hoher Wert für einen Innenverteidiger. Über die bisherigen fünf Spieltage ist Otto sogar der Innenverteidiger mit den meisten Dribblings pro 90 Minuten – eine Zahl, die exemplarisch für seine Art, Fußball zu spielen, steht.
Risikoabwägung funktioniert
„Ansonsten kucke ich schon, dass ich jetzt nicht unnötig ins Risiko gehe. Aber ich glaube es ist schon wichtig, dass ich meine Stärke mit in unser Spiel bringe. Ich glaube das ist auch wichtig für uns, dass von hinten heraus jemand ist, den ein oder anderen Pass spielt, den sonst vielleicht andere nicht spielen würden. Aber alles risikoabwägend“, sagt Otto.
Dass ihm genau diese Abwägung bislang gelingt, zeigen das Spiel gegen Hannover 96 und die dahinterstehenden Zahlen ebenso wie seine Leistungen über die gesamte bisherige Saison – beim 3:0-Auftaktsieg gegen Dynamo Dresden leitete er beispielsweise zwei Tore ein.
Abwehrzentrale zunehmend besser
Der starke Saisonstart des 1. FC Nürnberg basiert vor allem darauf, dass der Club seine Mannschaft größtenteils zusammenhalten konnte. In der Abwehrzentrale musste sich mit Alexios Kalogeropoulos und Fynn Otto allerdings ein neues Duo finden.
Eine Konstellation, die vor der Saison noch mit einigen Fragezeichen verbunden war, inzwischen aber zunehmend besser funktioniert. Gerade Otto zeigt dabei, warum der FCN in ihm mehr als einen klassischen Zweikämpfer sieht.


