FCN kämpft weiterhin mit strukturellem Defizit: „Guten Schritt nach vorne gemacht“

Der 1. FC Nürnberg müsse auch tabellarisch „eine gewisse Dysbalance“ korrigieren.

1. FC Nürnberg FCN News Analyse Joti Chatzialexiou
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FCN mit strukturellem Defizit

Bekanntermaßen hatte der 1. FC Nürnberg in der Vergangenheit mit einem „strukturellen Defizit“ zu kämpfen. Heißt: Ohne Sondereffekte wie außergewöhnlich hohe Transfergewinne gab der FCN mehr aus, als er einnahm. In der Saison 2024/25 lag diese Lücke noch bei rund drei Millionen Euro – nachdem es zuvor fünf Millionen Euro gewesen waren.

Weil die Franken in den vergangenen Transferperioden allerdings immer wieder Spieler für hohe Ablösen verkauften, konnten diese laufenden Defizite mehr als ausgeglichen werden. So erzielte der FCN 2024/25 sogar einen Rekordgewinn und konnte im vergangenen Herbst erstmals seit Jahren wieder ein positives Eigenkapital – sowohl im e.V. als auch im Konzern – ausweisen. Zudem konnten die Darlehensverbindlichkeiten reduziert werden.

„Guten Schritt nach vorne gemacht“

Bei der Senkung des strukturellen Defizits sei der FCN weiterhin auf einem guten Weg, wie Sportvorstand Joti Chatzialexiou nun verriet: „Ein strukturelles Defizit haben wir noch. Das ist noch nicht gänzlich weg. Aber wir haben auch da einen guten Schritt nach vorne gemacht.“

Ein Faktor seien hierbei auch die TV-Gelder, die beim FCN infolge der durchwachsenen sportlichen Leistungen seit dem Bundesliga-Abstieg 2019 sanken: „Wir haben noch eine gewisse Dysbalance im Hinblick auf die TV-Gelder – die in den vergangenen Jahren einfach exorbitant gefallen sind, weil wir keine guten Platzierungen hatten.“

„Das versuchen wir Schritt für Schritt zu korrigieren“, sagt der ehemalige DFB-Funktionär. Die Tabellenplatzierungen der vergangenen Jahre zeigen diesbezüglich tatsächlich einen positiven Trend: Seit 2023 verbesserte sich der FCN stetig, wenn auch langsam, um jeweils zwei Tabellenplätze pro Spielzeit bis auf Rang acht in der Vorsaison. In dieser Saison könnte nun der nächste größere Schritt gelingen, wie der historisch beste Zweitligastart der eigenen Clubgeschichte hoffen lässt.

Verkäufe waren weiterhin nötig

„Das sind alles Faktoren, die mit hineinspielen und dazu führen, dass man trotzdem noch verkaufen muss“, erklärt Chatzialexiou. Auch in den vergangenen Transferperioden waren Spielerverkäufe für die wirtschaftliche Stabilisierung des FCN von Bedeutung. Im Sommer verließen unter anderem Luka Lochoshvili und Fabio Gruber den Verein.

Dass die Verantwortlichen entsprechende Einnahmen eingeplant hatten, machte Chatzialexiou mit Blick auf das Abwehrduo deutlich: „Wir wussten, dass wir zwei gute Innenverteidiger haben, die einen hohen Marktwert haben, so dass wir wirtschaftlich abgesichert waren“, so Chatzialexiou.

Langfristig geht es beim 1. FC Nürnberg darum, das strukturelle Defizit vollständig abzubauen und damit weniger abhängig von Sondereffekten wie hohen Transfergewinnen zu sein. Mehr Details dazu, wie weit der von Chatzialexiou angedeutete Fortschritt inzwischen tatsächlich ist, dürfte es bei der Mitgliederversammlung 2026 im Herbst geben.