FCN: Warum Neuzugang Bøving kein Zoma-Ersatz ist

Der Offensivspieler bringt andere Qualitäten zum 1. FC Nürnberg mit.

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Foto: FCN

Offensive Option

Nachdem der 1. FC Nürnberg in der Vorsaison – vor allem offensiv – in der Kaderbreite nicht ganz so stark besetzt war, ändert man dies nun spätestens durch die neueste Verpflichtung. William Bøving wechselt vom FSV Mainz 05 auf Leihbasis zum FCN.

„Wir sind glücklich darüber, dass wir mit William eine zusätzliche Option für unser Offensivspiel hinzubekommen“, freut sich Joti Chatzialexiou, Sportvorstand des Clubs, über die Verpflichtung.

Hohe Ablösen

Mit seinen 23 Jahren bringt der Offensivspieler durchaus noch Entwicklungspotenzial mit, sammelte dafür aber auch schon einiges an Erfahrung im Herrenbereich. So kam er sowohl in der Conference League als auch in der Europa League und Champions League bereits mehrfach zum Einsatz. Zudem wurde er zweimal Meister in Österreich und einmal in Dänemark.

Sein Ex-Verein Sturm Graz verpflichtete ihn 2022 laut transfermarkt.de für 2,2 Millionen Euro, Mainz holte ihn vor einem Jahr für 3,5 Millionen Euro. Beim Bundesligisten sammelte er jedoch wenig Spielpraxis und schaffte es in der Vorsaison nur auf neun Ligaspiele. Immerhin wurde er in der ersten DFB-Pokalrunde eingewechselt und erzielte den 0:9-Endstand kurz vor Schluss.

Intensiv

Was den Dänen unter anderem auszeichnet, ist seine Arbeit gegen den Ball. Er absolviert viele Meter in der Defensivarbeit und fühlt sich im hohen Pressing wohl. Damit passt er gut zum Mann-gegen-Mann-Pressing, das der Club derzeit praktiziert. Das kennt er auch aus seiner Zeit bei Sturm Graz, wo seine Mannschaft stets zu den pressingintensivsten Teams gehörte. Sein Trainer war damals lange Christian Ilzer, der mit dieser Spielweise aktuell als Coach der TSG Hoffenheim erfolgreich ist.

Ohnehin erlebte Bøving in Österreich seine bislang beste Zeit. Dort verzeichnete er beispielsweise auch drei Balleroberungen pro 90 Minuten in der gegnerischen Hälfte, was seine gute Antizipation unterstreicht.

Technisch gut

Wenn er als Stürmer aufläuft, ist er kein klassischer Zielspieler. In etwa jedes fünfte Luftduell entscheidet er für sich. Er ist auch kein ausgeprägter Tiefenläufer, da sein Top-Speed nur durchschnittlich ist. Was der Nürnberger Neuzugang dafür gut versteht, ist, sich auf dem Spielfeld möglichst schwer greifbar für den Gegner zu positionieren.

Auch dieser Aspekt dürfte für den Fußball, wie ihn sich Miroslav Klose vorstellt, wichtig sein. Bøving bewegt sich gut in den Halbräumen und vor allem auch zwischen den gegnerischen Linien, von wo aus er dank seiner überdurchschnittlichen technischen Fähigkeiten das Spiel mit dem Ball am Fuß beschleunigen oder auch Mitspieler in Szene setzen kann.

Seine mit Abstand erfolgreichste Spielzeit war 2023/24, als er in 30 Ligaspielen für Sturm Graz elf Tore erzielte und acht vorbereitete. An diese Zahlen konnte er aber weder zuvor noch danach anknüpfen. Selbst kommt er gar nicht so oft in klare Schusssituationen, sodass sein Expected-Goals-Wert (0,22 pro 90 Minuten) durchschnittlich ist. Einen guten Abschluss bringt er aber dennoch mit. In allen vom Datenanbieter Wyscout erfassten Partien kommt er kumuliert auf einen xG-Wert von 59 – aus diesen erzielte der Rechtsfuß starke 76 Treffer.

Kein Zoma

Auch wenn der 23-Jährige jede der vier Positionen der Nürnberger Offensive besetzen kann, ist er beispielsweise ein deutlich anderer Spielertyp als Mohamed Ali Zoma, sodass die Neuverpflichtung keinen Einfluss auf die Zukunft des begehrten Angreifers haben dürfte.

Mit seinem Profil dürfte Bøving beim FCN weniger als klassischer Flügelspieler eingeplant sein. Stattdessen könnte er sich je nach Situation auf der Zehnerposition oder vor allem im Sturm am besten zurechtfinden. Mit der Leihe unterstreicht der Club in jedem Fall seine Ambitionen, eine gute Rolle in der 2. Bundesliga zu spielen.

Der FSV Mainz 05 – und der Spieler selbst – dürften damit rechnen, dass der 1,76 Meter große Offensivspieler viel Einsatzzeit erhält. Auf Klose wartet hingegen ein aus Trainersicht angenehmes Luxusproblem mit viel Konkurrenzkampf.