FCN muss gegen Bielefeld vor allem eine Sache im Griff haben

Die Arminia bringt starke Zahlen mit – trotzdem geht der 1. FC Nürnberg als klarer Favorit ins Duell.

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Foto: DO IT NOW Media

Spitzenspiel

Dass das für Samstagabend angesetzte Topspiel der 2. Bundesliga zwischen dem 1. FC Nürnberg und Arminia Bielefeld ein echtes Spitzenspiel sein würde, wurde bei der Terminierung von einigen bezweifelt. Nach zwei absolvierten Spielen steht der FCN jedoch auf dem ersten Tabellenplatz und die Gäste rangieren auf Platz sechs. Für den Club könnte sich zudem ein Kreis schließen.

Das letzte Zweitligaspiel an einem Samstagabend, in dem es Tore und einen Sieger gab, fand ebenfalls mit FCN-Beteiligung statt. Am 33. Spieltag der Vorsaison setzten sich die Franken mit 3:0 gegen den Meister aus Gelsenkirchen durch. Am 34. Spieltag gab es kein Topspiel – und die ersten beiden Spitzenspiele der neuen Saison endeten jeweils torlos mit 0:0.

Andere Stimmung

Während man beim Club – auch wenn die Leistungen zuletzt etwas wackelig waren – tatsächlich von einem gelungenen Saisonstart sprechen kann, ist das bei der Arminia nur bedingt der Fall. Zwar gewann man zu Hause gegen Energie Cottbus mit 3:0, verlor jedoch beim Auftakt in Karlsruhe verdient und flog auch im DFB-Pokal beim Drittligaaufsteiger aus Großaspach verdient in der ersten Runde raus. Die Stimmung bei den Gästen ist deshalb jetzt schon etwas angespannt.

Top-Werte

Blickt man rein auf die nackten Zahlen der DFL, ist dies verwunderlich – da man in vielen wichtigen Parametern absolute Top-Werte für sich verbuchen kann. Man verzeichnet mit 5,4 Expected Goals den besten Wert der Liga – und zugleich ließ man mit 2,0 xG die zweitwenigsten zu. Gleichzeitig hat man die offiziell meisten Großchancen. Auch aus physischer Sicht ist man bislang stark unterwegs. Sowohl bei der absolvierten Laufleistung als auch bei Sprints und intensiven Läufen gehört man zu den besten drei Teams.

Einige Schwächen

Die gezeigten Leistungen decken sich damit aber nur bedingt. Den Wunsch nach mehr fußballerischen Lösungen unter Neu-Trainer Oliver Kirch kann man bislang nicht bestätigen. Flach durch die Mitte kann man sich bislang kaum lösen. 82% der Angriffe erfolgen über den Flügel, insgesamt hat man sowohl die drittniedrigste Passquote als auch den drittniedrigsten Ballbesitzwert.

Auch gegen den Ball hat man sich noch nicht gefunden. Man agierte schon in verschiedenen Pressinghöhen und Strukturen, war dabei aber nur selten kompakt. Der Club wird somit aller Voraussicht nach mehr den Ball haben – und dürfte angesichts der Offensivqualität sicherlich auch Räume erhalten, die Mohamed Ali Zoma und Co. nutzen können.

Tiefe sichern

Der Schlüssel für den FCN dürfte vor allem darin liegen, wie man die Tiefe verteidigt. Diese sucht und beläuft die Arminia bei fast jeder Gelegenheit. Dafür hat man in der Offensive auch die richtigen Spielertypen. Stürmer Joel Grodowski erzielte bislang alle drei Ligatreffer – zwei davon nach einem Konter, einen per Elfmeter. Der Angreifer ist mit einem Top-Speed von 35,4 km/h der aktuell achtschnellste Spieler der Saison und spulte darüber hinaus die neuntmeisten Kilometer ab.

Über den linken Flügel agiert Jannik Rochelt, der von dort aus aber auch immer mal wieder einrückt. Auch er erreicht eine ähnliche Geschwindigkeit und liegt mit seinem Top-Speed im Ligavergleich derzeit auf Platz neun. Komplettiert wird die offensive Dreierreihe vom rechten Flügelspieler Monju Momuluh, der mit bislang 40 Sprints die siebtmeisten der 2. Bundesliga absolviert.

Zuletzt hatte der 1. FC Nürnberg durchaus die ein oder andere Schwierigkeit, den Raum hinter der eigenen Abwehr zu verteidigen. Schafft man es, der Arminia im Spiel die Tiefe zu nehmen – mittels einer guten Tiefensicherung in der letzten Reihe sowie einem guten Gegenpressing in Ballnähe –, stehen die Chancen auf den dritten Sieg im dritten Ligaspiel gut.