Nicht durchgesetzt
Nachdem er zwölf Zweitligatreffer für den SSV Ulm erzielte, wechselte Semir Telalovic vor der vergangenen Saison zum 1. FC Nürnberg. Beim FCN konnte der Angreifer aber nicht ansatzweise daran anknüpfen. „Ich habe anfangs zu sehr aufs Gaspedal gedrückt, zu viel gefordert. Das war falsch“, gestand auch Miroslav Klose im Interview mit 11 Freunde im Nachhinein eigene Fehler ein.
Guter Start
Deutlich besser läuft es für Telalovic bislang in der noch jungen Saison 2026/27. Bei Rot-Weiss Essen, wohin er vom FCN verliehen ist, traf er sowohl in den beiden ersten Drittligaspielen als auch beim DFB-Pokalerfolg seiner Mannschaft gegen den FC St. Pauli. „Wir haben von Beginn an gezeigt, mit welcher Intensität wir unsere Spiele bestreiten. Wir wollen immer vorne draufgehen und den Gegner mit viel Laufarbeit unter Druck setzen“, lobte der 26-Jährige via DFB.de die Leistung seiner Mannschaft nach dem 2:0-Erfolg.
Was dem Rechtsfuß sicherlich zugutekommt, ist die Spielweise der Essener, die sich über viel Intensität und Zielstrebigkeit definiert. „Ich fühle mich in der Mannschaft einfach wohl. Seit Tag eins haben mich die Jungs super aufgenommen. Auch vom Trainerteam spüre ich großes Vertrauen. Es fühlt sich einfach gut an, hier zu sein“, beschreibt er selbst weitere Faktoren, warum es für ihn bislang so gut beim Drittligisten läuft.
Neue Rolle
Auch die Rolle, die Telalovic nun einnimmt, ist anders als jene, die er in Nürnberg innehatte – sogar in doppelter Hinsicht. Während er beim Club als Sturmspitze eingeplant war, läuft er derzeit hinter der Sturmspitze Marek Janssen als eine Art Zehner auf: „Das Zusammenspiel mit allen Jungs in der Offensive funktioniert schon sehr gut. Wir rotieren viel, wechseln häufiger die Positionen. Davon profitieren am Ende alle.“
Zudem übernimmt er in Essen von Anfang an viel Verantwortung, was beim Club ebenfalls nicht wirklich der Fall war: „Ich sehe mich im Team als Führungsspieler. Diese Rolle wollte ich so auch.“
Sehr zufrieden
„Ich bin überzeugt, dass es von Woche zu Woche noch besser wird“, blickt der vom FCN verliehene Stürmer optimistisch auf die nächsten Wochen und Monate voraus. Ohnehin scheint er sich in Essen extrem wohlzufühlen: „Es macht einfach Spaß, für diesen Verein zu spielen und jeden Tag alles zu geben.“
Mit dem 1. FC Nürnberg könnte es zumindest theoretisch sogar noch zum Wiedersehen kommen, nachdem beide Teams im DFB-Pokal eine Runde weiterkamen. Angst hätte Telalovic davor aber wohl nicht – vor allem, falls Essen zu Hause antreten dürfte: „Es kann kommen, wer will. An der Hafenstraße hat es jeder Gegner schwer.“


