Vergleich
Nach zwei Spieltagen der 2. Bundesliga grüßt der 1. FC Nürnberg von der Tabellenspitze. Beim 2:4-Derbyerfolg hatte der FCN zwischenzeitlich zwar auch das nötige Spielglück auf seiner Seite, war vor allem in den zweiten 45 Minuten aber deutlich stärker als der Rivale aus Fürth. „In der zweiten Halbzeit war es dann wirklich überlegen vom 1. FC Nürnberg“, analysiert auch Zweitliga-Experte Simon Terodde im Podcast „Tusche und Terodde – Ein Ball für zwei“.
Der Rekordtorschütze der 2. Bundesliga vergleicht den Club von seiner Herangehensweise sogar mit dem deutschen Rekordmeister: „Sie wenden so ein bisschen die Bayern-Taktik an.“ Deshalb ist sich Terodde auch sicher, dass Nürnbergs Trainer „Miroslav Klose so ein bisschen zu Vincent Kompany schaut“.
Mann-gegen-Mann
Eine erste Gemeinsamkeit erkennt Terodde im Verhalten gegen den Ball. „Das Mann-gegen-Mann-Verteidigen“ sei bei beiden Mannschaften ähnlich. „Wer ist besser im direkten Zweikampf, wer holt sich die zweiten Bälle“, kommt es hierbei entsprechend auf die individuelle Qualität an, die er beim FCN ähnlich wie beim FCB als gut einschätzt.
Spielstärke
Die zweite Gemeinsamkeit sieht der 38-Jährige im Spiel mit dem Ball – insbesondere im Mittelfeld. „Sie sind fußballerisch im Mittelfeld so stark, dass sie einfach eine richtig gute Rolle in der 2. Bundesliga spielen können. Das kann eine Mannschaft sein, die wirklich oben reinrutschen kann“, schwärmt er vom Nürnberger Mittelfeld rund um Adam Markhiyev, Javier Fernandez, Julian Justvan und Co.
Zug zum Tor
Die dritte Parallele betrifft schließlich die offensive Ausrichtung. Ein entscheidender Punkt, der beim FCN in der Vergangenheit nicht immer gegeben war, ist laut Terodde der Zug zum gegnerischen Tor: „Sie spielen zielstrebig. Nicht mehr nur schönen Fußball. Das haben wir auch schon anders gesehen.“
Tatsächlich verfügt die Klose-Elf zuletzt häufig über klare Abläufe, wie sie die Box besetzen möchte. „Immer wieder, wenn der Ball nach außen gelangt, wird die Box gut besetzt“, analysiert der Experte – und kommt zu dem Schluss: „Das macht schon alles sehr viel Sinn.“
Der Vergleich zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Bayern ist unter dem Strich sicherlich etwas weit hergeholt. Dennoch lassen sich zumindest bei der prinzipiellen Herangehensweise einige Parallelen erkennen. Ob der Club diese Prinzipien auch über einen längeren Zeitraum konstant auf den Platz bekommt, dürfte nun die entscheidende Frage sein.


