Neue Rolle
In der vergangenen Rückrunde konnte durchaus der Eindruck entstehen, dass Finn Ole Becker beim 1. FC Nürnberg nicht völlig unumstritten war. Der für die 2. Bundesliga fußballerisch zweifelsfrei überdurchschnittlich talentierte Linksfuß saß schließlich mehrere Spiele in Folge auf der Bank und wurde erst in der Schlussphase eingewechselt. Stattdessen vertraute FCN-Trainer Miroslav Klose auf den Achterpositionen Tom Baack und Rabby Nzingoula.
Als der Club in der Schlussphase der Vorsaison auf ein 4-2-3-1 umstellte, rückte Becker wieder in die Startelf – auf der Zehnerposition. Auf dieser scheint er derzeit gesetzt zu sein und konnte dies mit starken Leistungen in der Vorbereitung und zum Saisonauftakt bestätigen.
Vorbildfunktion
„Da bin ich stolz darauf“, hob Klose Becker auch nach dem 2:4-Derbysieg des Clubs hervor. „Finn hat sich gleich am Anfang mit dem Schlag ein bisschen das Knie verdreht, wo er auch ein bisschen den Meniskus gespielt hat“, erklärt der 48-Jährige. Dass Becker „sich da durchbeißt und so ein Spiel macht, das hat was mit quälen zu tun“, kommentiert Klose – und bezieht dies auch auf Julian Justvan: „Genauso Ju. Das ist auch eine gewisse Vorbildfunktion, die die einnehmen müssen.“
Schließlich sind beide angesichts der ansonsten sehr jungen Nürnberger Mannschaft vergleichsweise erfahren und bringen sogar Bundesliga-Erfahrung mit. Dies scheinen sie derzeit auch in der Kabine und auf dem Feld auf ihre Mitspieler zu übertragen: „Und da bin ich total stolz darauf. Dass sie da nicht einfach abgeschenkt haben und sagen: Okay, jetzt kommt ein anderer rein.“
Kompliment
„Wir hätten die Spieler“, betont Klose, dass man derzeit auch auf der Bank und im Kader noch spannende Alternativen in der Hinterhand gehabt hätte. Umso mehr freut er sich, dass sich Justvan und vor allem Becker durchgebissen haben: „Aber sich da durchzubeißen, das zeigt, dass er an die Mannschaft glaubt und dass er an sich glaubt. Und dann so ein Spiel zu machen – echt ein Kompliment.“


