Er leitete zwei Tore ein: FCN-Innenverteidiger Otto mit gelungenem Debüt

Hat der 1. FC Nürnberg seinen eigenen Mats Hummels gefunden?

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Fragezeichen bei der FCN-Abwehr

Während die Qualitäten des Mittelfeldzentrums bereits hinlänglich bekannt waren und die Offensive von Dreierpacker Mohamed Ali Zoma getragen wird, stand vor dem 3:0-Sieg zum Saisonauftakt gegen Dynamo Dresden noch ein Fragezeichen hinter der Abwehrreihe des 1. FC Nürnberg. Schließlich musste Miroslav Klose seine Viererkette im Vergleich zur Vorsaison nahezu komplett neu formieren.

Harmonischer Auftakt mit zweikampfstarkem Otto

Angesichts des gegentorlosen Auftakts, bei dem der FCN zwar auch drei kritische Momente überstehen musste, hinterließ die neu formierte Defensive direkt einen guten Eindruck. Das galt auch für Fynn Otto, der nach seinem Sommertransfer vom SC Verl sein Zweitligadebüt für den Club feierte.

Gegen die vielen Dresdner Tiefenläufe zeigte sich der 24-Jährige gut mit seinen Nebenmännern abgestimmt – „sehr harmonisch“, lobte der FCN-Trainer das Zusammenspiel seiner Defensive.

Bis auf eine brenzlige Situation ließen Otto & Co. mit der 2:0-Führung im Rücken im zweiten Durchgang so gut wie keine Torchance der Gäste mehr zu. Auch, weil sich der Neuzugang enorm zweikampfstark präsentierte: Mit 68 Prozent gewonnenen Duellen erzielte Otto den drittbesten Wert aller Spieler, die in dieser Partie in der Startelf standen.

Otto leitete zwei Tore ein

Fast noch beeindruckender war Ottos Spiel mit dem Ball, das nicht nur enorm unaufgeregt wirkte, sondern gleichzeitig für viel Progression im Nürnberger Aufbau sorgte. Seine Passquote von 95 Prozent überboten am ersten Spieltag der 2. Bundesliga lediglich sieben Spieler. Selbst unter Druck blieb der 1,92 Meter große Rechtsfuß, der die meisten Ballkontakte auf dem Platz verzeichnete, mit einer Passpräzision von 90 Prozent nahezu fehlerfrei.

Dabei avancierte Otto gleich bei zwei Treffern zum Ausgangspunkt. Vor dem 1:0 dribbelte der gebürtige Wiesbadener auf der linken Seite an und trieb den Ball nach vorne – wenige Sekunden später vollendete Zoma den Angriff zur Führung.

Auch der Entstehung des spielentscheidenden 3:0 ging eine Aktion des Innenverteidigers voraus. Otto spielte einen Vertikalpass durch das Zentrum in die gegnerische Hälfte auf Rafael Lubach, der anschließend gefoult wurde. Der daraus resultierende Freistoß führte schließlich zum Strafstoß.

Positiver Eindruck bestätigt

Der erste Spieltag des 1. FC Nürnberg lieferte neben dem überzeugenden Gesamtergebnis auch einige individuell erfreuliche Geschichten. Eine davon heißt sicherlich Fynn Otto. Der 24-Jährige konnte seinen positiven Eindruck aus der Vorbereitung bei seinem Zweitligadebüt nicht nur bestätigen, sondern mit seinem Einfluss auf das Nürnberger Aufbauspiel noch einmal verstärken.

Eine anspruchsvolle nächste Prüfung wartet bereits im Frankenderby bei der SpVgg Greuther Fürth. Gerade gegen schnelle Umschaltangriffe dürfte Ottos Stellungsspiel besonders gefragt sein. Schließlich zählt die Geschwindigkeit nicht zu seinen größten Stärken – umso wichtiger wird es sein, gefährliche Situationen frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu verteidigen. Ein Vergleich mit Mats Hummels wäre angesichts der durchaus ähnlichen Profile nach einem Zweitligaspiel aber wohl noch etwas verfrüht.