ETO lässt Toth-Mitspieler ziehen
In den vergangenen Tagen wurde es ruhig im Transferpoker um Rajmund Toth. Bekanntermaßen liegen die Vorstellungen des 1. FC Nürnberg und von ETO FC bei der Ablöse für den 22-jährigen Mittelfeldspieler weit auseinander, eine Einigung war zuletzt nicht in Sicht. Nun könnte ein weiterer Transfer dafür sorgen, dass ein Wechsel Toths zum FCN noch unwahrscheinlicher wird.
Denn wie das griechische Sportportal Sport24 berichtet, lässt der ungarische Meister einen anderen Mittelfeldspieler ziehen. Demnach soll Milán Vitalis zum griechischen Erstligisten AEK Athen wechseln. Der 24-Jährige wurde bereits am Flughafen in Athen gesichtet und soll nach dem Medizincheck am Mittwoch seinen Vertrag unterschreiben. Die Ablöse soll bei rund 2,5 Millionen Euro liegen.
Spekulationen um Toth-Abgang
Bereits beim vergangenen Ligaspiel fehlte Vitalis im Spieltagskader, was auch Spekulationen um Toths Zukunft anheizte. „Nach meiner Ankunft habe ich mich mit allen Spielern zusammengesetzt und verständlicherweise haben mir nach dem Meistertitel einige persönlich gesagt, dass sie nicht in Győr bleiben wollen“, sagte ETO-Trainer Efraín Juárez am vergangenen Wochenende. Mit Vitalis soll er sich laut ungarischen Medienberichten überworfen haben.
Auf der Pressekonferenz bezog sich Juárez offenbar indirekt auf den wechselwilligen Vitalis: „Ich akzeptiere auch, dass manche Spieler ihre Zukunft im Ausland planen. Das darf aber nicht bedeuten, dass jemand nicht alles gibt und auf dem Platz nicht 100 Prozent seiner Leistung zeigt.“ Aussagen, die sich damit offenbar nicht auf Toth bezogen.
Gemeinsame Doppelsechs
In der vergangenen Saison bildete der Nürnberger Wunschspieler gemeinsam mit Vitalis meist die Doppelsechs von ETO FC. Dass der ungarische Meister nun beide Spieler des Erfolgsduos innerhalb kurzer Zeit ziehen lässt, erscheint eher unwahrscheinlich.
Zum einen stehen in den kommenden Wochen die beiden Partien der Conference-League-Qualifikation gegen Riga FC an. Im Falle eines Weiterkommens müsste ETO anschließend nur noch eine weitere Qualifikationsrunde überstehen.
Ungarische Sonderregel
Zum anderen muss der Verein weiterhin die Sonderregelung der ungarischen ersten Liga beachten. Laut Statuten muss jeder Klub während der gesamten Spielzeit mindestens fünf ungarische Spieler auf dem Platz haben. Wird diese Vorgabe nicht erfüllt, entfallen finanzielle Sonderprämien – ausgenommen sind lediglich Verletzungen oder Sperren. Im vergangenen Ligaspiel standen allerdings ohnehin nur vier Ungarn in der Startelf – auch weil Toth angeschlagen fehlte.
Weiterhin keine Einigung in Sicht
Insofern erscheint es derzeit eher unwahrscheinlich, dass ETO FC dem 1. FC Nürnberg im Ablösepoker um Rajmund Toth ausgerechnet jetzt entgegenkommt. Mit Vitalis verlässt bereits ein wichtiger Mittelfeldspieler den Verein, Toth zählt ohnehin zu den Leistungsträgern im nun dünner besetzten Zentrum und zudem stehen die richtungsweisenden Conference-League-Qualifikationsspiele unmittelbar bevor. Unter dem Strich spricht daher aktuell weiterhin wenig für eine zeitnahe Einigung.


