Janisch-Stammplatz beim FCN? Zwischen „richtig gut“ und „Kurzschluss“

Hat das Eigengewächs des 1. FC Nürnberg sogar Giannis Masouras verdrängt?

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Foto: DO IT NOW Media

Eingeplant

Vor einigen Monaten – und auch noch vor wenigen Wochen – rechneten wohl nicht viele damit, dass Tim Janisch beim 1. FC Nürnberg in der Generalprobe vor dem Ligaauftakt in der Startelf stehen wird. Schließlich galt das FCN-Eigengewächs zum Trainingsauftakt vor gut einem Monat noch als heißer Kandidat für einen Abgang. Seitdem konnte er seinen Trainer Miroslav Klose überzeugen und scheint sich anders zu präsentieren als noch in der Vorsaison.

Gute Leistung

Auch bei der Nürnberger Generalprobe gegen Real Oviedo, in der Janisch erneut von Beginn an auflaufen durfte, wusste der 20-Jährige zu überzeugen. Immer wieder schaltete er sich mit nach vorne ein und zeigte dort auch die nötige Zielstrebigkeit. „Er spielt eine super Vorbereitung und macht es richtig gut. Er hat es auch heute in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht“, war auch FCN-Vizekapitän Julian Justvan voll des Lobes.

Während Janisch als Rechtsverteidiger immer wieder mit hochschob, rückte Justvan vom rechten Flügel aus oftmals nach innen ein. „Wir hatten eine gute Verbindung auf dem Feld, sodass einige Aktionen gut geklappt haben“, war Justvan mit der Leistung seines Hintermannes sehr einverstanden.

Kurzschluss

Dass der Nürnberger 2:1-Testspielerfolg etwas getrübt wurde, lag jedoch auch an Janisch. In der 53. Minute verschätzte er sich bei einem Rückpass von Adam Markhiyev. Als er seinen Gegenspieler als letzter Mann foulte, flog er mit der roten Karte vom Feld. Die Absprache und Kommunikation mit den Nebenleuten sei dabei nicht ideal gewesen, mutmaßte Justvan – der aber auch von einer „Kurzschlussaktion“ Janischs sprach und darauf verwies, dass er den Gegenspieler stattdessen hätte laufen lassen sollen.

„Er hat so gehandelt und wir machen ihm gar keinen Vorwurf“, will der Linksfuß die Aktion aber auch nicht überbewerten: „Einfach weitermachen, weil er macht es bisher gut und deswegen wird das, glaube ich, keinen großen Einfluss haben.“

50:50

Dass der Rechtsfuß nun zweimal in Folge in der Startelf stand, darf durchaus als Indiz dafür gesehen werden, dass er rechts hinten knapp die Nase vor dem Nürnberger Neuzugang Giannis Masouras hat. „Es ist eng“, kommentiert Klose den Konkurrenzkampf und spricht von einem „50:50-Rennen“. Zumindest über gut 50 Minuten konnte Janisch einige Argumente sammeln, um auch in der kommenden Woche in der 2. Bundesliga gegen Dynamo Dresden wieder von Beginn an aufzulaufen.

Seinen griechischen Konkurrenten brachte Klose bewusst nicht als Joker, da er ihn stattdessen zusammen mit den anderen Reservisten beim am Sonntag stattfindenden Testspiel gegen den FSV Frankfurt von Beginn an auflaufen lassen möchte. Dort dürfte Klose hoffen, dass der 29-Jährige Eigenwerbung betreibt – nicht zuletzt auch wegen Janisch: „Weil Tim ist auch einer, der braucht den gewissen Druck.“