Unter dem Radar?
Auch wenn er bereits seit 2020 für den 1. FC Nürnberg aufläuft, war es – zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung – bislang relativ ruhig um Tobias Heß. Auch in der vergangenen Spielzeit der Regionalliga Bayern standen andere Spieler der FCN-U23 mehr im Fokus. Dabei gehörte der 20-Jährige zu den konstantesten Akteuren seiner Mannschaft und kam insgesamt 30-mal, zumeist als Linksverteidiger, zum Einsatz.
Schon länger auf dem Schirm
FCN-Trainer Miroslav Klose verrät entsprechend, dass er Heß „schon länger auf dem Schirm“ hat. Als Belohnung durfte er mit den Profis ins Trainingslager nach Südtirol reisen – und wusste auch dort zu überzeugen.
Klose-Lob
„Die Minuten, die er gesammelt hat, die Einheiten, die er bei uns gemacht hat, die Intensität, die Lauffreudigkeit, das Timing, wann er in die Tiefe läuft sowie sein Vorder- und Hinterlaufen, das gefällt mir gut“, lobt der 48-Jährige den Rechtsfuß. Auch sein letzter Ball komme mit der entsprechenden Präzision und Schärfe, sodass der Weltmeister von 2014 zu dem Schluss kommt, dass Heß ein „ganz, ganz spannender Junge“ ist.
Wo Klose noch Entwicklungspotenzial sieht, ist in der Entscheidungsfindung im Spielaufbau: „Wir müssen ihn noch mehr in diese Situationen zwingen, damit er entscheiden muss, ob er den Torwart anspielt oder aufzudrehen, wenn er Zeit hat. Aber das wird nur besser, wenn er unter Druck ist und bei uns trainiert.“
Totaler Vorteil
Dass Heß mit nach Südtirol reisen durfte, hängt sicherlich auch damit zusammen, dass der Club seine Kaderplanung auf der linken Abwehrseite noch nicht abgeschlossen hat. Den „totalen Vorteil“, den Klose beim gebürtigen Neumarkter dennoch sieht, ist dessen Flexibilität: „Er kann rechts und links spielen, kann sowohl nach innen als auch außen vorbei. Es ist richtig schwer, gegen ihn zu spielen.“
Inwieweit es für Heß in dieser Saison zu mehr als „nur“ der Regionalliga Bayern reichen wird, bleibt abzuwarten. Im Trainingslager konnte er aber einige Argumente sammeln, um sich als weitere Option für Miroslav Klose zu empfehlen. Ansonsten dürfte sich U23-Trainer Andreas Wolf umso mehr freuen, wenn eine seiner Konstanten der Vorsaison wieder für ihn aufläuft.


