FCN: Warum Justvan jetzt rechts vorne funktioniert 

Läuft der Zehner beim 1. FC Nürnberg auf der falschen Position auf?

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Foto: DO IT NOW Media

Viel diskutiert

Seitdem Julian Justvan für den 1. FC Nürnberg aufläuft, wird fast schon regelmäßig über dessen Idealposition diskutiert. Zumal er beim FCN bereits in verschiedenen Rollen zum Einsatz kam. „Natürlich gibt es Positionen, wo ich mich wohler fühle und wo ich mich nicht so wohl fühle“, äußerte sich der Offensivspieler selbst dazu.

Rechts vorne

Derzeit deutet alles darauf hin, dass er zunächst als nomineller rechter Flügelspieler eingeplant ist – was für einigermaßen viel Unverständnis im Nürnberger Anhang sorgt. Dass Justvan kein Flügelspieler sei und auf dieser Position nicht überzeugen konnte, lautet die Kritik.

Dabei muss man aber unterscheiden, wie er diese Position interpretieren soll. Sicherlich gab es zwischenzeitlich in der vergangenen Saison Spiele, in denen er rechts vorne auflief und dabei nicht in sein Spiel fand. Damals besetzte er aber auch die Breite – und rückte nur selten ein, was einige seiner Stärken aus dem Spiel nahm.

Andere Rolle

Das ist derzeit komplett anders. Immer wieder besetzt er den rechten Halbraum und agiert im Ballbesitz somit keinesfalls als klassischer Flügelspieler, sondern mehr als eine Art halbrechter Zehner. Stattdessen soll der Rechtsverteidiger hinter ihm immer wieder hochschieben und den Raum am Flügel auffüllen.

Justvan möchte man immer wieder eingerückt an den Ball bekommen, sodass er seine Qualitäten von dort aus einbringen kann. So kann er mit seinem starken linken Fuß diagonal nach innen ziehen, in Richtung Tor zulaufen, seinen hinterlaufenden Außenverteidiger in Szene setzen oder die Spielverlagerung suchen.

Nicht komplett neu

So unterscheidet sich seine Rolle mit Ball nicht einmal groß von derjenigen, die er in seinen Spielen als Zehner für den Club ausübte, als er ebenfalls oft den rechten Halbraum besetzte. Auch selbst scheint er sich hier sehr wohlzufühlen, wie er bereits beim Nürnberger Trainingsauftakt verriet: „Da war das ein oder andere Spiel auf der Zehn, wo ich vielleicht nicht so viele Aktionen hatte. Dann war das ein oder andere Spiel, wo ich halbrechts gespielt habe und da einfach mehr Aktionen hatte.“

Ähnlich interpretierte Justvan seine Rolle bereits beim SC Paderborn, wo er sogar als nomineller rechter Schienenspieler auflief, bevor er von der TSG Hoffenheim für die Bundesliga verpflichtet wurde.

Ideale Konstellation

Leidtragender davon dürfte FCN-Neuzugang Rayan Ghrieb sein, der hinter Justvan derzeit das Nachsehen hat. Für den bundesligaerfahrenen Offensivmann ist die Rolle als Flügelspieler, sofern man sie überhaupt so bezeichnen kann, keine Schwächung, sondern sollte ihm sogar entgegenkommen. Zumal er auch mit Finn Ole Becker, der stattdessen derzeit die Zehnerposition bekleidet, gut auf dem Feld harmoniert.

Konträr dazu verhält es sich auf der linken Nürnberger Seite, wo der nominelle Flügelspieler Mohamed Ali Zoma deutlich mehr die Breite besetzt, um dort für 1-gegen-1-Situationen isoliert zu werden.