Die Gewinner und Verlierer des FCN-Trainingslagers

Die Woche in Südtirol liefert wertvolle Erkenntnisse über den 1. FC Nürnberg.

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Foto: DO IT NOW Media

Nach Trainingslager: FCN „noch nicht fertig“

Eine Woche lang bereitete sich der 1. FC Nürnberg im Trainingslager in Südtirol auf die neue Saison in der 2. Bundesliga vor, die am 9. August mit dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden beginnt. „Wir haben die vergangene Woche gut genutzt. Ich bin zufrieden damit, wie die Mannschaft gearbeitet hat und dass wir erste Ansätze auch schon im Testspiel gegen Palermo sehen konnten“, resümierte Miroslav Klose auf FCN.de.

In den nächsten zwei Wochen erwartet der FCN-Trainer für seine Mannschaft „schon noch ein wenig Arbeit“: „Wir sind noch nicht fertig. Wir wissen jetzt, wie sich auch die neuen Spieler auf dem Platz verhalten und was ihre Stärken und Schwächen sind. Unsere Aufgabe wird es jetzt sein, diese Zahnrädchen ineinanderzufügen.“ Neben den Profilen der Neuzugänge kristallisierten sich während der vergangenen Woche auch einige Gewinner und Verlierer heraus.

Neues Mindset: Tim Janisch

Als einer der Gewinner dürfte definitiv Tim Janisch gelten. Noch zum Trainingsauftakt deutete Sportvorstand Joti Chatzialexiou an, dass eine Leihe für den 20-Jährigen infrage käme. Seitdem konnte der Rechtsverteidiger seinen Trainer jedoch überzeugen und durfte beim Testspiel gegen den FC Palermo sogar in der vermeintlichen A-Elf beginnen. „Mir gefällt er sehr gut“, lobte Klose Janischs Trainingswoche sowie dessen Mindset und Fitnesszustand.

Ein abschließendes Gespräch soll allerdings noch über die gemeinsame Zukunft entscheiden: „Wenn das geregelt ist, dann kann es sein, dass wir da zusammenkommen.“ Die Wahrscheinlichkeit dafür ist nach den Eindrücken aus dem Trainingslager jedenfalls deutlich höher als noch vor einigen Wochen.

Vorbild: Piet Scobel

Schon vor dem Trainingslager war zu erkennen, dass Piet Scobel intensiv an seiner Physis gearbeitet hatte. Auch in Südtirol verstärkte der 21-Jährige diesen Eindruck. In seinen Aktionen wirkt der 1,91 Meter große Stürmer inzwischen deutlich dynamischer und machte im Testspiel gegen Palermo mit schnellen Bewegungen viele Bälle fest.

„Ich nenne solche Beispiele in den Sitzungen gerne“, so Klose. „Die Jungs sehen das ja, wie viel er investiert. Für mich sind das Vorbilder. Die anderen fahren nach Hause und er läuft wieder ins Gym.“

Auf die Frage, ob Scobel nun Stürmer Nummer eins beim FCN sei, antwortete der Trainer zumindest nicht mit einem „Nein“: „Kommt darauf an, wie wir spielen.“ Die Antwort darauf dürfte nach aktuellem Stand aber in vielen Fällen „Piet Scobel“ lauten – ein weiterer Gewinner des Trainingslagers.

Entdeckung: Marc Kornwachs Barjuan

Trotz seiner erst 17 Jahre wirkt Marc Kornwachs Barjuan bereits erstaunlich reif. Der Sprung von der U17 zu den Profis scheint dem Mittelfeldspieler zumindest in der Vorbereitung problemlos gelungen zu sein. Nach einem ebenfalls starken Trainingslager winkt nun ein dauerhafter Platz im Training der Lizenzspielermannschaft – wenngleich Pflichtspielminuten vorerst noch nicht geplant sind: „Das wäre mein Wunsch und der des Trainerteams, dass er weiterhin mitmacht.“

Wenig überraschend hat der Weltmeister von 2014 nur lobende Worte für das Talent übrig: „Korni ist eine Maschine, was das Läuferische angeht. Sehr präsent, sehr spielfreudig, trifft gute Entscheidung“, spricht Klose über einen weiteren Gewinner des Trainingslagers.

Noch nicht so weit: Styopa Mkrtchyan

Als der 1. FC Nürnberg zu Jahresbeginn Styopa Mkrtchyan für kolportierte 800.000 Euro verpflichtete, dürfte dies bereits ein Vorgriff auf die Abgänge in der Innenverteidigung gewesen sein. Der vermeintliche Plan: Der 23-jährige Armenier sollte sich in der Rückrunde an den FCN gewöhnen, um in dieser Saison als Innenverteidiger Nummer eins voranzugehen.

Stand jetzt scheint sich der Winterneuzugang allerdings hinter den erst im Sommer verpflichteten Fynn Otto und Alexios Kalogeropoulos einreihen zu müssen. Verletzungsprobleme warfen Mkrtchyan in den vergangenen Monaten immer wieder zurück, weshalb er derzeit noch nicht bei 100 Prozent wirkt und Rückstand aufholen muss.

Keine Zukunft: Justin von der Hitz

Bereits zu Beginn des Trainingslagers war klar, dass Justin von der Hitz Südtirol wohl nicht als Gewinner verlassen würde. Denn Klose machte deutlich, dass die Aussicht auf Spielzeit in Nürnberg gering sei und deshalb eine Leihe infrage komme. Besonders bitter: Als einer von drei Feldspielern im Kader kam von der Hitz im Testspiel gegen Palermo gar nicht zum Einsatz.

Und das, obwohl Rechtsaußen Rayan Ghrieb im zweiten Durchgang verletzt ausgewechselt werden musste. Dass stattdessen Julian Justvan auf den Flügel rückte – wenngleich er für die Rolle im Halbraum besser geeignet ist –, darf durchaus als deutliches Zeichen verstanden werden. So bleibt es vorerst dabei, dass sich von der Hitz bei den Club-Profis noch nicht wirklich auf seiner stärksten Position auf der offensiven Außenbahn zeigen durfte.

Verletzungsprobleme: Adriano Grimaldi und Rayan Ghrieb

Ebenfalls nicht zum Einsatz kam Adriano Grimaldi. Laut Klose waren Wadenprobleme dafür verantwortlich, weshalb der 35-Jährige zu Wochenbeginn einige Einheiten verpasste. Nichtsdestotrotz scheint der Routinier derzeit nur Stürmer Nummer drei hinter Piet Scobel und Neuzugang Sigurd Haugen zu sein.

Etwas schwerer traf es Rayan Ghrieb, der sich im Testspiel gegen Palermo einen kleinen Muskelfaserriss im Oberschenkel zuzog. Als Herausforderer des gut aufgelegten Julian Justvan hatte der Neuzugang ohnehin bereits einen Rückstand, der durch die Verletzung nun zunächst größer wird. „Ob es für einen Einsatz beim Saisonauftakt gegen Dynamo Dresden reicht, werden die kommenden Tage zeigen“, vermeldete der Club.