Exklusiv: Wie Lisewski über die Zukunft im FCN-Tor denkt

Der Torhüter des 1. FC Nürnberg spricht über seine Rolle, eine mögliche Leihe und seine Ambitionen.

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Foto: DO IT NOW Media

Sehr zufrieden

„Ich bin sehr, sehr zufrieden“, freut sich Robin Lisewski über den Verlauf seiner ersten Saison beim 1. FC Nürnberg. Dass er sich vor gut einem Jahr trotz anderer Optionen für den FCN entschied, freut ihn rückblickend umso mehr: „Bis jetzt geht alles so auf, wie es mir der Verein vorher erzählt hat.“

Ein wichtiger Faktor für den ehemaligen Dortmunder ist vor allem der Torwarttrainer des Clubs: „Unser Torwarttrainer Dennis Neudahm passt perfekt zu mir. Er analysiert mich komplett und hat das ganze Programm individuell an mich angepasst.“

Wenig Anlaufzeit

Bekanntermaßen ist es bei Feldspielern oftmals nicht einfach, sich vom Jugend- an den Herrenfußball zu gewöhnen. „Die Schüsse der Spieler sind deutlich härter und präziser. Auch die Zeit am Ball ist deutlich kürzer, da die gegnerischen Stürmer einen intensiver und besser anlaufen“, beschreibt Lisewski die Unterschiede aus Torhütersicht.

Auch der 20-Jährige benötigte zu Beginn etwas Anlaufzeit. Über die gesamte Saison hinweg entwickelte er sich jedoch zu einem der Garanten für die Meisterschaft der FCN-U23. So verhinderte Lisewski gemessen an der Abschlussqualität der Gegner mehr als acht Gegentore – Ligabestwert. „Am Anfang habe ich mich noch ein bisschen schwergetan, aber spätestens mit der Rückrunde habe ich mir deutlich leichter getan“, kommentiert er seine Entwicklung.

Höher spielen

Bekanntermaßen ist die Zukunft im Nürnberger Tor noch immer nicht geklärt. „Ich weiß, dass aktuell Jan, Chris, Nicolas und ich da sind. Es ist abgesprochen, dass Jan die Nummer 1 ist und ich die Nummer 2“, beschreibt der polnische Juniorennationalspieler die aktuelle Situation. In der Vorsaison war er noch die Nummer 3.

Dennoch macht Lisewski keinen Hehl aus seinen Ambitionen: „Ich kann höher (als in der Regionalliga) spielen. Ich würde es mir zutrauen, in der 2. Bundesliga zu spielen.“

Zukunft offen

Durch die Kapselbandverletzung von Jan Reichert könnte sich die Situation im Nürnberger Tor erneut verändern: „Falls es so sein sollte, dass ich spiele – weil Jan verletzt ist oder vielleicht wechselt –, möchte ich alle überzeugen, dass sie sich auf mich verlassen können.“

Bleibt Reichert beim FCN, kann sich Lisewski auch eine Leihe vorstellen: „Die Rolle als Nummer 2 würde ich absolut annehmen. Falls sich eine andere Möglichkeit ergibt, zum Beispiel eine Leihe, müsste ich spontan schauen. Aber ich bin hier mit dem Training extrem zufrieden, sodass die Position als Nummer 2 ein Fort- und kein Rückschritt ist.“

Konkurrenz sieht er dabei positiv: „Jan ist mein Konkurrent, aber auch ein sehr guter Kollege geworden.“ Gleichzeitig weiß der 20-Jährige – der nicht selten mit Gianluigi Donnarumma verglichen wird –, woran er noch arbeiten muss: „Ich habe gemerkt, wie viel ich kann. Aber es fehlt in allem noch ein bisschen was, um ein richtig, richtig guter Torhüter zu sein.“