Klose als Spieler Torjäger
Bevor Miroslav Klose Trainer des 1. FC Nürnberg wurde, bestand seine Hauptaufgabe als aktiver Spieler darin, Tore zu schießen. Etwas, das ihm insbesondere in der deutschen Nationalmannschaft bestens gelang. Schließlich war der Ex-Stürmer bis zur Weltmeisterschaft 2026 Rekordtorschütze der WM-Geschichte mit 16 Treffern. Neben insgesamt 71 Länderspieltoren war der Weltmeister von 2014 mit 231 Pflichtspieltoren für Lazio Rom, den FC Bayern, den 1. FC Kaiserslautern und Werder Bremen auch im Vereinsfußball äußerst erfolgreich.
Trainer Klose kein Fan von Torschussübungen
Umso überraschender ist es, dass der heutige FCN-Trainer gar kein so großer Fan von Torschussübungen ist. Angesprochen auf den Trend der Fernschusstore bei der Weltmeisterschaft sagt Klose: „Schießen mache ich ganz wenig. Dieses Jahr wollen wir es ein bisschen mehr forcieren“, erklärt er im Trainingslager des Clubs in Südtirol über seine Trainingsmethoden – und begründet: „Weil für mich – und das zeigen ja auch Studien – es Höchstbelastung ist.“
Bei dieser Höchstbelastung sei die Verletzungsgefahr erhöht – umso mehr, wenn ein Spieler am Vortag nicht trainiert habe: „Bei Schuss musst du fit sein. In meinen früheren Stationen war es oft so, dass bei Schüssen Verletzungen auftraten. Deswegen macht man das immer mit Auge.“
„Ich habe schießen gehasst!“
„Ich war selbst Stürmer, ich habe schießen gehasst“, überrascht der Ex-Torjäger, der nach eigenen Aussagen selbst nur zwei Tore von außerhalb des Strafraums erzielte. „Das ist bei mir im Kopf drin.“ Nichtsdestotrotz will sich Klose Torschussübungen nicht völlig verschließen: „Ich weiß, dass man es üben muss. Weil es ein körperlicher Mechanismus – wie lange Bälle, das musst du üben, weil es ein Muskel ist.“
Im Torabschluss sieht der ehemalige Angreifer ohnehin eher eine Frage der Technik als der Kraft: „Aber mir geht es mehr um Technik. Ich sage: lieber zehnmal schießen anstatt fünfzigmal, weil da muss Technik dabei sein und keine Kraft.“
Potenzial bei Fernschüssen?
Nichtsdestotrotz – oder vielleicht gerade deshalb, weil künftig etwas häufiger auf das Tor geschossen werden soll – hofft Miroslav Klose auf den ein oder anderen Fernschuss des 1. FC Nürnberg. In der Vorsaison war dies jedenfalls eher ein selten genutztes Stilmittel. Nur vier Teams der 2. Bundesliga gaben weniger Schüsse von außerhalb des Strafraums ab. Dass mit fünf Fernschusstoren 3,7 Prozent der 136 Versuche im Netz landeten, war in puncto Effizienz dagegen sogar überdurchschnittlich und wurde ligaweit nur von sechs Mannschaften übertroffen.


