FCN: Warum bei Soldic schnell klar war: „Er muss hier bleiben“

Der 1. FC Nürnberg setzt mit „empathischer Strenge“ nicht nur auf gute Fußballer.

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Mehr Vertrauen

Ein Fan des 1. FC Nürnberg, „dem Zusammenhalt und regionaler Touch wichtig ist“, wird bei FCN-Spielern mit Stallgeruch mehr Geduld aufbringen als bei anderen Spielern. Dieser Überzeugung ist ClubNachwuchs-Direktor Dieter Frey, wie er im kicker verrät.

„Wenn man den Mut hat, junge Spieler nachhaltig reinzuwerfen, hat es meistens auch funktioniert“, plädiert der Ex-Profi dafür, zumindest einige Kaderplätze an Talente zu vergeben: „Wenn sie die Gelegenheit bekommen, sich zu zeigen, müssen sie aber natürlich vom ersten Tag an Leistung bringen.“

Soldic als Beispiel

Als „ein gutes Beispiel, wie es in Nürnberg sein kann“, nennt der 53-Jährige Marko Soldic, der nach seinen außergewöhnlich guten Leistungen in der Nürnberger U17 in der Rückrunde regelmäßig bei den Profis dabei war und immerhin siebenmal eingewechselt wurde: „Marko Soldic durfte im Winter mit ins Trainingslager. Dort hat er so gut trainiert, dass alle gesagt haben, er muss hier bleiben. Er ist jetzt schon außergewöhnlich gut. Es freut mich, dass er in der 2. Liga Einsatzzeiten bekommen hat und die auch immer länger wurden.“

Das fußballerische Talent des Mittelfeldspielers ist ohnehin bekannt. „Alles, wirklich alles“, schwärmte beispielsweise auch FCN-Trainer Miroslav Klose auf die Frage, was ihm am Nürnberger Eigengewächs so gut gefällt. Frey betont zudem die menschliche Komponente des Talents: „Er geht weiterhin zur Schule, strebt das Abitur an. Wir haben bei ihm nicht den Eindruck, dass er die Bodenhaftung verliert.“

Hohe Bedeutung

Ohnehin legt der FCN neben der sportlichen Entwicklung auch viel Wert auf die menschliche Komponente. Als „empathische Strenge“ bezeichnet es Frey: „Wir wollen den Jungs, die ja Profis werden wollen, ehrlich gegenüber sein. Außerdem wollen wir mit ihnen konsequent daran arbeiten, sich stetig zu verbessern, und sie dazu anhalten, sehr fleißig, hart und viel zu trainieren.“

Gleichzeitig möchte man nicht vergessen, dass man es dabei mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat. „Man muss spüren, wenn jemand ein Problem hat, und nachfragen, wie es in der Schule und zu Hause läuft“, erläutert der Nürnberger Nachwuchschef: „Die Kombination aus Ehrlichkeit und Strenge sowie Empathie auf der anderen Seite. Es ist unser Anspruch, nicht nur Fußballer auszubilden, sondern auch Menschen gut ins Leben schicken zu können, auch wenn es nicht als Fußballprofi ist.“