Klare Vorstellungen
Der 1. FC Nürnberg legt bekanntermaßen viel Wert auf die eigene Jugendarbeit und die Ausbildung von Talenten. Das Konzept, wie man das im Detail umsetzen möchte, hat sich in den vergangenen Jahren verfeinert. „Wir haben schon vor fünf Jahren zu Corona die Zeit genutzt, um zu überlegen, wie wir spielen wollen und wie wir dafür trainieren müssen“, verrät FCN-Nachwuchschef Dieter Frey im Interview mit dem kicker.
Seitdem verfolgt der Club bei seinen Junioren eine klare Spielidee. „Wir passen sie natürlich in Nuancen an“, geht man immer mit der aktuellen Zeit, verzichtete seitdem aber auf grundlegende Änderungen.
Viele Entscheidungen
Dabei hat der FCN je nach Spielphase – also eigener Ballbesitz, gegnerischer Ballbesitz sowie das Verhalten nach Ballverlust beziehungsweise Balleroberung – verschiedene Prinzipien für sich definiert, die je nach Altersklasse auch variieren können: „Wir haben 35 Spielregeln in vier Spielphasen“, erklärt Frey. Was sich durch den Nürnberger Nachwuchs zieht, sind unter anderem mutiges Angriffspressing, viel Bewegung, Dynamik und ein zielstrebiges Spiel in Richtung Offensive – um es vereinfacht auszudrücken.
Der 53-Jährige betont zudem, dass dabei die Entscheidungsfindung der Talente gefördert werden soll: „Unsere ganze Spielidee ist darauf aufgebaut, dass die Jungs die richtige Situation erkennen. Wann machen wir was, wann können wir unseren Angriff starten?“
Anspruchsvoll
Die entsprechende Ausbildung sei auch für die Trainer im Nürnberger Nachwuchs nicht einfach, da man den Spielern Kriterien an die Hand geben müsse, welches Handeln in welcher Situation angebracht ist. Vieles scheint dabei auf klaren Entscheidungsprinzipien nach dem Muster „Wenn X, dann Y“ zu basieren.
Auch deshalb legt der deutsche Meister von 1993/94 viel Wert darauf, selbst Zeit auf den Trainingsplätzen zu verbringen und das Geschehen zu beobachten – und hat viel Lob für das Personal übrig: „Wir haben super Trainerteams, deshalb haben wir es alle gemeinsam geschafft, unseren Weg zu leben. Aktuell stehen wieder einige Jungs an der Schwelle, sich nachhaltig oben durchzusetzen.“
Nicht verhandelbar
Der Direktor ClubNachwuchs legt auf die angewendete Philosophie viel Wert, wobei ihm die Erfolge und ausgebildeten Spieler der vergangenen Jahre sicherlich recht geben: „Grundsätzlich wäre ich auch nicht bereit, unsere Idee komplett über den Haufen zu werfen, wenn jemand von außen kommt und sagt, wir müssen es ganz anders machen. Da würde ich schon sehr dafür kämpfen. Denn von der Art, wie wir ausbilden und spielen wollen, bin ich absolut überzeugt.“


