Reichert lässt FCN-Zukunft offen
Dass man sich beim 1. FC Nürnberg auf einen möglichen Abgang von Jan Reichert vorbereitet, ist bereits länger bekannt. Noch offen ist allerdings, wann dieser Zeitpunkt kommen könnte. Nach seiner starken zweiten Profi-Saison wäre der Schritt in die Bundesliga durchaus nachvollziehbar. Der Spieler selbst ließ seine Zukunft zuletzt offen, indem er auf die Frage nach einem Verbleib über den Sommer hinaus mit einem augenzwinkernden „Stand jetzt bin ich da“ antwortete.
Verlängert Reichert beim FCN?
Wie nun der Kicker berichtet, würde der FCN gerne mit seinem Torwart, dessen Arbeitspapier nach der kommenden Saison ausläuft, verlängern. Reichert soll einer Vertragsverlängerung demnach „positiv gegenüberstehen“. Gleichzeitig soll den 24-Jährigen aber auch die Perspektive Bundesliga reizen.
Das könnte bedeuten: Der gebürtige Schweinfurter muss abwägen, ob er sich diesen Wunsch bereits in diesem Sommer bei einem anderen Verein erfüllen möchte – oder perspektivisch vielleicht sogar gemeinsam mit dem Club.
Torwart-Dominoeffekt in der Bundesliga?
Eine nicht ganz unwesentliche Rolle dürfte dabei auch der weitere Verlauf des Transferfensters spielen. Bereits im April kündigte Transferexperte Florian Plettenberg an: „Der Torwartmarkt im Sommer wird brutal spannend.“ Insbesondere die Personalien Manuel Neuer, Gregor Kobel und Noah Atubolu könnten einen Dominoeffekt auslösen – beziehungsweise letzterer bereits ausgelöst haben.
Denn der SC Freiburg verpflichtete mit Mio Backhaus bereits die bisherige Nummer eins von Werder Bremen – wohl auch in der Erwartung, dass Atubolu den Verein verlassen könnte. Da die Bremer mit Karl Hein den Nachfolger zuvor bereits ausgeliehen und inzwischen fest verpflichtet haben, blieb der angekündigte Dominoeffekt bislang allerdings weitgehend aus. Zumal auch der FC Bayern nach der Vertragsverlängerung von Manuel Neuer vorerst nicht auf Torhütersuche gehen muss – ebenso wie der VfB Stuttgart, der künftig auf den zuletzt nach Paderborn ausgeliehenen Dennis Seimen setzen möchte.
Verkaufen oder verlängern?
Insofern bleibt abzuwarten, wie viele – und ob überhaupt – noch Torhüterpositionen in der Bundesliga frei werden. Denn dass sich Jan Reichert irgendwo anders mit der Rolle als Nummer zwei zufriedengeben würde, erscheint eher unwahrscheinlich.
Genauso fraglich ist allerdings, ob der 1. FC Nürnberg mit seinem Schlussmann ins letzte Vertragsjahr gehen möchte. Schließlich dürfte man es sich kaum leisten können, einen Spieler seines Marktwertes ablösefrei zu verlieren. Entsprechend wäre dieser Sommer wohl die letzte Gelegenheit, noch eine Ablöse zu erzielen.
Insofern scheint die Ausgangslage klar: verkaufen oder verlängern. Der Ausgang ist – passend zu Reicherts eigener Aussage – „Stand jetzt“ noch offen.


