Spielpraxis für FCN-Torhüter
„Jetzt ist es aber wichtig, dass er auch regelmäßig auf Spielpraxis kommt, weshalb wir uns mit ihm auf eine Leihe verständigt haben“, sagte Joti Chatzialexiou im Winter über Michal Kukucka, der im Januar vom 1. FC Nürnberg zum slowenischen Erstligisten FC Koper verliehen wurde. Nach einer vom Sportvorstand attestierten guten Entwicklung im Torwarttraining des Clubs sollte der 24-jährige Keeper in der Rückrunde endlich auch unter Wettkampfbedingungen zum Zug kommen.
Schließlich kam er in den anderthalb Jahren zuvor beim Club, nachdem er im Sommer 2024 aus seiner Heimat Slowakei gekommen war, auf nur einen einzigen Einsatz für die Profis, bei dem er mit einem Patzer kurz vor Spielende eine Heimniederlage gegen den 1. FC Köln mitverschuldete. Auch für die zweite Mannschaft verbuchte er lediglich sieben Einsätze.
Kein Vorbeikommen am Stammtorhüter – eigentlich vorhersehbar?
Das Vorhaben Chatzialexious, Kukucka durch die Leihe Spielpraxis zu ermöglichen, ist allerdings deutlich gescheitert. Einen Spieltag vor Saisonende steht der Nürnberger Leihspieler bei keiner einzigen Einsatzminute. Beim bereits feststehenden Vizemeister Sloweniens gab es offenbar kein Vorbeikommen an Stammtorhüter Metod Jurhar, weshalb für Kukucka lediglich elf Kadernominierungen, allerdings kein einziges Spiel zu Buche stehen.
Eine Entwicklung, die man womöglich hätte vorausahnen können? Zumindest, wenn man den slowenischen Medien Glauben schenkt. „Koper hatte in der ersten Saisonhälfte mit Metod Jurhar einen der besten Torhüter der nationalen Meisterschaft in seinen Reihen“, schrieb das Portal „Nogomania“ bereits im Januar, als die Leihe Kukuckas bekannt wurde.
Angesichts seiner aktuellen Rolle als Nummer zwei erscheint rückblickend umso fraglicher, warum Kukucka und der FCN diesem Wechsel zustimmten. Denn wie zuvor in Nürnberg wirkten auch in Slowenien die Aussichten auf die gewünschte Spielpraxis nicht sonderlich günstig.
Kukucka wollte um „Platz kämpfen“ in Nürnberg – Abschied im Sommer?
Dabei hatte Kukucka eigentlich vor, mit gestärktem Rücken nach Nürnberg zurückzukehren: „Ab der neuen Saison möchte ich nach Nürnberg zurückkehren und um meinen Platz kämpfen“, kündigte er im Januar gegenüber MY Trencin an.
Mit nun einem einzigen Profispiel in fast zwei Jahren dürften seine Chancen auf einen Stammplatz allerdings auf ein Minimum gesunken sein, falls Jan Reichert den FCN verlassen sollte. Schließlich gilt der in der U23 stark aufspielende Robin Lisewski bereits als designierter Nachfolger.
Für Michal Kukucka dürfte die Zeit beim 1. FC Nürnberg deshalb im Sommer wohl zu Ende gehen. Zwar läuft sein Vertrag noch mindestens ein weiteres Jahr. Dennoch erscheint es aktuell schwer vorstellbar, wie beide Seiten noch von einer weiteren Zusammenarbeit profitieren könnten.
Für den Torhüter selbst ist die Entwicklung jedenfalls bitter. Seit seinem Wechsel nach Nürnberg im Jahr 2024 konnte er nirgendwo wirklich zeigen, was in ihm steckt – womöglich dann ab der kommenden Saison bei einem neuen Verein.


