Oft kritisiert
Julian Justvan ist einer der Spieler, die beim 1. FC Nürnberg nach schlechten Spielen besonders in der Kritik stehen. Insbesondere, da er in dieser Saison schon des Öfteren hinter seinen Möglichkeiten blieb. Auch die Position, die er beim FCN innehat, wird oft diskutiert – vor allem, da die „10“, die er auf dem Trikot trägt, nicht immer der Raum ist, in dem er auf dem Feld beheimatet ist. Im Derby gegen Fürth lief er nominell auf der (halb)rechten Seite auf. „Er hat ja alle Freiheit, innen zu bleiben oder nach außen zu kippen, wenn er frühzeitig den Ball bekommt“, scheint ihm Miroslav Klose unabhängig von der fixen Position viele Freiheiten zu gewähren.
Sehr auffällig
Diese wusste der Linksfuß beim 1:1 am Sonntag vor allem im zweiten Durchgang zu nutzen. Wurde der FCN gefährlich, war es oftmals Justvan, der in der Entstehung seine Füße im Spiel hatte. Auch, da er diesmal relativ oft von seinen Mitspielern gefunden wurde – zumindest nach der Pause. Schließlich betont der ehemalige Paderborner oft, dass er, um seine Stärken auszuspielen, Bälle braucht. 31 Pässe empfing er im Frankenderby, was in dieser Saison nur in einem Spiel häufiger der Fall war.
Vom Halbraum aus konnte er mit seinen Bällen viele Situationen initiieren. „Immer wenn wir ihn oder Finn (Ole Becker) gefunden haben, konnten wir unser Spiel machen“, lautete Kloses Analyse danach. Acht Pässe spielte Justvan in den gegnerischen Strafraum – persönlicher Bestwert in der laufenden Saison. Auch im direkten Eins-gegen-eins zeigte er sich mutig und kam oft am Gegenspieler vorbei. Auch seine sieben absolvierten Dribblings konnte er in der laufenden Spielzeit zuvor noch nicht überbieten.
Tor verpasst
Dennoch konnte der 28-Jährige seine bis dato starke Derbyausbeute nicht aufbessern. Im Hinspiel bereitete er beide Nürnberger Tore vor, in der Vorsaison lieferte er im Hinspiel ebenfalls zwei Assists ab, um im Rückspiel doppelt zu treffen. Chancen dafür hatte er in jedem Fall erneut. Sieben Abschlüsse gab er insgesamt ab – so viele wie noch nie zuvor in einem Spiel, seitdem er für den Club aufläuft.
Ansonsten war es aber eines der Spiele, das zeigte, dass Justvan in der Lage ist, Zweitligapartien zu entscheiden. Angesichts von sieben Balleroberungen (persönlicher Bestwert im FCN-Trikot) und den zweitmeisten Sprints (15) aller Nürnberger konnte man ihm – abgesehen von der Chancenverwertung – nur wenig vorwerfen.


