Sander sieht „wenig fußballerische Qualität“ bei FCN gegen FCM
Auf zusammengerechnet 0,2 Expected Goals kamen der 1. FC Nürnberg und der 1. FC Magdeburg bis zur Nachspielzeit der ersten Hälfte, ehe Rafael Lubach nach einem Flügeldurchbruch von Henri Koudossou den 1:0-Siegtreffer erzielen konnte. Zuvor sahen die Zuschauer im Max-Morlock-Stadion ein Zweitligaspiel, das bis dahin wohl so wenig Torraumszenen hergab wie kaum ein anderes in dieser Saison.
Entsprechend schätzte FCM-Trainer Petrik Sander die erste Halbzeit am Sportschau-Mikrofon ein: „Ich habe ein Spiel gesehen, dass in der ersten Halbzeit sehr, sehr wild war. Mit wenig fußballerischer Qualität“, so der 65-Jährige. „Beide Mannschaften haben sich im Grunde genommen neutralisiert, haben viele lange Bälle geschlagen, die ins Aus gegangen sind oder abgefangen wurden. Das war nicht das, was wir spielen konnte und wollten“, analysiert er – und nimmt den FCN davon nicht aus: „Ich glaube, bei den Nürnbergern ist das ähnlich.“
FCN nach Dominanz bemüht – mit wenig Ertrag
Etwas dagegen hielt Miroslav Klose auf der Pressekonferenz. „Ich habe das Spiel ähnlich gesehen: sehr zerfahren. Obwohl ich in der ersten Halbzeit noch das Gefühl hatte, dass meine Mannschaft einen Tick länger und mehr Kontrolle hatte.“
Tatsächlich war beim Club vor der Pause wieder ein etwas fußballerischerer Ansatz zu erkennen: Der Anteil an langen Pässen war so gering wie seit Monaten nicht mehr, zudem war man dem Gegner in puncto Passsicherheit und Ballbesitz überlegen.
Was allerdings nichts daran änderte, dass der Nürnberger Ballbesitz lange Zeit ideenlos wirkte. Mit vielen technisch versierten Spielern wie Rafael Lubach, Julian Justvan und Finn Becker war das Zentrum nominell gut besetzt – bis zehn Minuten vor der Pause gelang jedoch kein einziger Übergang ins Angriffsdrittel durch die Mitte. Gleichzeitig wurden die 1-gegen-1-Situationen auf dem Flügel zu selten mutig ausgespielt – bis zu Koudossous Vorlage. Insofern kann man den Franken den Versuch nach mehr Dominanz – auch durch das eigene Pressing – zwar nicht absprechen, der Ertrag blieb aber überschaubar.
Ergebnissicherung nach Führung
Im zweiten Durchgang konzentrierte sich der FCN dann wieder stärker darauf, das knappe Ergebnis zu verteidigen und auf Konter zu setzen: „Zweite Halbzeit sehe ich ähnlich“, stimmt Klose diesbezüglich Sander zu: „Wir haben uns ein bisschen zurückgezogen. Wir wussten, dass wir gegen Magdeburg nicht alles wegverteidigen können. Deswegen haben wir auch umgestellt“, verteidigte man in der Schlussphase in einer Fünferkette.
Offenbar stand im Laufe des Spiels die Ergebnissicherung im Vordergrund – nicht nur aus tabellarischer, sondern auch aus psychologischer Sicht: „Wir haben genau das gebraucht“, spricht Klose das erst vierte Spiel ohne Gegentor in dieser Saison an: „Das hatte sich ein bisschen in den Köpfen festgesetzt, dass wir es nicht können.“
Unter dem Strich dürfte dieses Spiel als glücklicher Arbeitssieg für den 1. FC Nürnberg verbucht werden, der damit auch rechnerisch den Klassenerhalt in einer insgesamt durchwachsenen Saison sicherte.


