Leistung entscheidend
Der 1. FC Nürnberg verlor nur eines der letzten fünf Spiele, blieb zuletzt aber auch dreimal sieglos. Die Lesart dieser Statistiken dürfte maßgeblich davon abhängen, wie der FCN sein kommendes Heimspiel gegen den FC Magdeburg bestreiten wird. Vor allem dürfte es jedoch um die Leistung gehen, die zuletzt hinter den eigenen Erwartungen zurückblieb.
Abstiegskampf
Die Gäste stecken – wie schon die letzten Nürnberger Gegner – im Abstiegskampf, stehen vor dem Spieltag auf dem 13. Platz und haben nur zwei Zähler Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz. Die bisherige Saison der Magdeburger ist von vielen unterschiedlichen Phasen geprägt. Man startete mit sieben Punkten aus 13 Spielen sehr schlecht, ehe man rund um die Winterpause 16 von 18 möglichen Punkten einfahren konnte.
Später verlor man dann wieder sechs von sieben Partien und rutschte auf den letzten Platz ab. Zuletzt konnte man jedoch drei der vergangenen vier Spiele gewinnen, sodass man in guter Verfassung ins Frankenland anreist.
Viel Ballbesitz
Die Elbstädter gelten ligaweit als eine Mannschaft, die eigentlich zu gut performt, um im Abstiegskampf zu stecken. Auch nach den Expected Points – also basierend auf der eigenen und zugelassenen Chancenqualität – müsste man besser dastehen und näher am Auf- als am Abstiegskampf sein.
Auch die Spielanlage ist nach wie vor relativ anspruchsvoll. Mit 57 % Ballbesitz ist der FCM das Team mit den meisten Spielanteilen der Liga. Man spielt die drittmeisten Pässe, verzeichnet die viertbeste Passquote und versucht häufig, die starken 1-gegen-1-Spieler Baris Atik, Alexander Nollenberger und Rayan Ghrieb in isolierte Dribblings zu bringen.
Offensiv ist man in der Lage, auf verschiedene Arten torgefährlich zu werden. Man kann sowohl die Tiefe attackieren als auch geduldig und kontrolliert den Gegner mit variabler Positionsbesetzung, in der man das Spielfeld sehr in die Länge und Breite zieht, bespielen. Folglich gibt man die meisten Abschlüsse der 2. Bundesliga ab und erzielte mit 40 Toren die zweitmeisten Treffer aus dem Spiel heraus.
Räume nutzen
Für den FCN bedeutet das, dass man sowohl vertikal als auch horizontal eine gute Kompaktheit benötigen wird. Gleichzeitig bietet sich dem Club die Chance, nach Balleroberungen in aussichtsreiche Räume zu kommen. Nicht ohne Grund kassierte Magdeburg bereits 55 Gegentore – die drittmeisten der Liga. Sowohl bei Ballverlusten im tiefen Spielaufbau unter Druck als auch bei weit aufgerückter Positionierung ist man relativ anfällig.
Vor allem mit Ball haperte das Nürnberger Spiel zuletzt. Magdeburg presst sehr hoch im Mann-gegen-Mann, was das zusätzlich erschweren könnte. Das wird zu Phasen führen, in denen der eigene Ballvortrag wenig Spielfluss hat. Gleichzeitig wird es aber auch Situationen geben, in denen die Mannschaft von Petrik Sander die Tiefe oder den Zwischenraum nicht gut sichert. Diese zu erkennen und im richtigen Moment zu nutzen, dürfte einer der Schlüssel für einen Heimsieg werden.
„Es wird wichtig sein, den Ball länger als zuletzt zu haben. Das ist klar unser Ziel, weil wir auch dominieren wollen“, kündigt Miroslav Klose an.
Torjäger fehlen
Wer für solche Situationen prädestiniert wäre, ist Mohamed Ali Zoma. Spannend wird, wie man versuchen wird, die Qualitäten des besten Nürnberger Torschützen zu ersetzen. Für „Fairness“ dürfte sorgen, dass auf der anderen Seite mit Mateusz Żukowski sogar der beste Torjäger der Liga gelbgesperrt fehlt. Die ersten beiden seiner mittlerweile 17 Saisontore erzielte er im Hinspiel, als der Club mit 0:3 unterlag.


