FCN bereitet sich auf Reichert-Abgang vor – Lisewski „zum möglichen Stammtorwart ausbilden“

Ein Dominoeffekt könnte auch den 1. FC Nürnberg treffen.

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Foto: DO IT NOW Media

Starke Reichert-Saison

Jan Reichert spielt zweifelsohne eine starke Saison beim 1. FC Nürnberg. Der Torhüter strahlt Woche für Woche große Sicherheit aus und leistet sich kaum noch Fehler – was sich auch in den Daten widerspiegelt. Exemplarisch dafür: Laut Opta verhinderte der 24-Jährige mit seinen Paraden bereits fast sieben Gegentore („Prevented Goals“) – drittbester Wert der 2. Bundesliga.

Dominoeffekt: Abgang in die Bundesliga?

Aufgrund dieser Leistungen erscheint ein Abgang Reicherts aus Nürnberg zunehmend wahrscheinlich. „Es spricht aktuell mehr für als gegen seinen zeitnahen Abschied“, schreiben die Nürnberger Nachrichten. Schon vor dieser Saison soll es laut BILD lose Anfragen aus der Bundesliga gegeben haben. „Der Torwartmarkt im Sommer wird brutal spannend“, kündigte Transferexperte Florian Plettenberg jüngst an. Insbesondere die Personalien Manuel Neuer, Noah Atubolu und Gregor Kobel könnten einen Dominoeffekt auslösen – der auch Reichert betreffen könnte?

„Keine Zweifel, dass er 1. oder 2. Bundesliga spielen kann“

Der Club bereitet sich jedenfalls auf ein solches Szenario vor – und hat mit U23-Keeper Robin Lisewski bereits einen potenziellen Nachfolger in der Hinterhand. „Wenn sich Robin so weiterentwickelt, sehe ich keinen limitierenden Faktor, der ihn aufhalten könnte. Wir haben keine Zweifel, dass er 1. oder 2. Bundesliga spielen kann“, sagt FCN-Torwarttrainer Dennis Neudahm dem Kicker. „Unser erstes Ziel ist es, Robin zum möglichen Stammtorwart auszubilden.“

Reichert-Abgang „kann schnell gehen“

Dass ein Abschied Reicherts näher rücken könnte, blendet man am Valznerweiher nicht aus. Vielmehr gehe es darum, „sich für eine mögliche Zeit nach Jan aufzustellen“, so Neudahm. Gleichzeitig betont er die Ungewissheit in solchen Personalfragen: „Deshalb muss man jederzeit bereit und auf alle Zeitpunkte vorbereitet sein. Das kann schnell gehen, aber auch noch zwei oder drei Jahre dauern.“

FCN sieht sich vorbereitet

Sollte Lisewski nach seinem starken Regionalliga-Jahr bereits in der kommenden Saison den Schritt zu den Profis machen, sieht Neudahm ihn gut gerüstet. Entscheidend sei dabei weniger der genaue Zeitpunkt des Übergangs, sondern vielmehr die Vorbereitung: „Es ist gar nicht so entscheidend, wann du als Torwart reinkommst. Ob das diesen Sommer, nächsten oder übernächsten ist. Wichtig ist, dass man gut vorbereitet ist. Damit man nicht Gefahr läuft, dass es schiefgeht.“

Genau darin sieht der Torwarttrainer aktuell keine Risiken. Vielmehr sei man überzeugt, Lisewski gezielt auf ein mögliches Engagement als Stammtorwart in der 2. Bundesliga vorzubereiten: „Aber die Gefahr wird es nicht geben. Robin wird gut vorbereitet sein. Jetzt geht es darum, die Qualität für einen guten Stammtorwart der zweiten Liga zu schaffen. Und die schaffen wir auch.“

Auch wenn ein möglicher Abgang von Jan Reichert sportlich schmerzhaft wäre, vermittelt die Entwicklung Lisewskis das Gefühl, dass der 1. FC Nürnberg auf dieser Position bereits vorausschauend plant – und im Fall der Fälle vorbereitet wäre.