Kaum Fußball: FC Bayern-Leihgabe Fernandez überzeugt trotzdem bei Startelfdebüt für FCN

Der Spanier trotzte einem Spiel des 1. FC Nürnberg, in dem seine Passquote weit über dem Durchschnitt seiner Mitspieler lag.

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Foto: DO IT NOW Media

Kein Fernandez‘ Fußball

Javier Fernandez ist in erster Linie für seine Technik, Übersicht und Spielintelligenz bekannt. Insofern kommt der Winterleihe vom FC Bayern München vor allem ein ballbesitzorientiertes Spiel entgegen. Beim jüngsten 1:1-Unentschieden des 1. FC Nürnberg bei Arminia Bielefeld kam der 19-Jährige als zentraler Mittelfeldspieler in seinen 74 Einsatzminuten jedoch nur auf 15 Pässe aus dem Spiel – vor allem, weil sich der FCN mit lediglich 39% Ballbesitz überwiegend auf das Spiel gegen den Ball beschränkte. Dass Fernandez trotzdem eine überzeugende Leistung in seinem Profi-Startelfdebüt zeigte, spricht für sein vielseitiges Profil.

FCN-Zentrum geschlossen

In Nürnbergs 4-4-2 gegen den Ball trug Fernandez dazu bei, dass der Club das Zentrum weitestgehend geschlossen bekam und so gut wie keine nennenswerten Torchancen aus dem Spiel zuließ. Beleg für seinen Impact im Mittelfeldzentrum neben Adam Marhkiyev: Bis zu seiner Auswechslung war er der FCN-Profi mit den zweitmeisten Balleroberungen (13). Dabei überzeugte der feine Fußballer auch mit Robustheit: In einem Spiel mit vielen zweiten und hohen Bällen behauptete sich der 1,86 Meter große Fernandez in der Luft und gewann 83% seiner sechs Duelle.

Pressingresistenter Fernandez

Im Spiel mit Ball, das an diesem Tag rar gesät war, genoss Fernandez als Achter etwas mehr Freiheiten nach vorne. Gleich zweimal zeigte er in Nürnbergs besserer erster Hälfte, wie er sich auf engem Raum auch gegen mehrere Gegenspieler durchsetzen und das Spiel Richtung Strafraum antreiben kann. Auch diese Fähigkeit ist statistisch belegbar: Der pressingresistente Leihspieler löste 80% seiner zehn Drucksituationen – viertbester Wert des Spieltags vor den Sonntagsspielen bei mindestens dieser Anzahl an Situationen.

Beste Passquote aller FCN-Spieler

All seine drei Pässe unter Druck brachte Fernandez zum Mitspieler – am Ende stand eine Passpräzision von 87% zu Buche, die beste aller Nürnberger an diesem Tag. Insgesamt kam die Mannschaft nur auf 66% – Tiefstwert in der Amtszeit von Miroslav Klose. In der 70. Minute musste „Javi“ als drittlaufstärkster Nürnberger den Platz verlassen – der Trainer stellte defensiver um und musste zehn Minuten später den Ausgleich hinnehmen.

Noch viel Freude für FCN?

Dass bei seinem Profi-Startelfdebüt alles andere als seine Art von Fußball gespielt wurde, hielt Javier Fernandez nicht davon ab, einen überzeugenden Auftritt abzuliefern – und damit zu beweisen, dass er wie kaum ein zweiter Mittelfeldspieler der Klose-Elf Physis und Technik vereint. Ein Profil, das dem 1. FC Nürnberg womöglich in Zukunft noch viel Freude bereiten dürfte – das aber mit mehr Kombinationsfußball noch besser zur Geltung kommen könnte. Eine Verlängerung der Leihe über den Sommer hinaus soll als sehr wahrscheinlich gelten.