Fehlende Energie
„Diese Energie, dieses Momentum, von dem ich immer spreche“, vermisste Miroslav Klose beim 1. FC Nürnberg am vergangenen Wochenende. Der FCN-Trainer sah bereits in den ersten 45 Minuten überlegene Gäste: „Ich wusste, dass die uns eigentlich da haben, wo sie uns haben wollen.“
Um das angesprochene Momentum zu drehen, sei „die Reaktion unheimlich wichtig“ – auf diese wartete der 47-Jährige jedoch vergeblich: „Aber das ist halt mühsam, wenn man das immer nur anspricht, weil ich selbst lang genug Spieler war.“
Wenig Aufbäumen
So lief das Nürnberger Spiel bei der 0:2-Heimniederlage bis zum Schluss mehr oder weniger einfach so durch. Energie und Körpersprache wurden vermisst. „Deswegen brauchst du die Spieler, die dementsprechend auch pushen und Intensität an den Tag legen.“ So etwas zu tun, fällt wohl vor allem in das Aufgabengebiet von Führungsspielern. Ob Klose diese am Samstag vermisst hat? „Nein, vermisst nicht“, sagt er zunächst. „Ich habe es von jedem Einzelnen vermisst. Das spricht ja Bände“, führt er jedoch vielsagend fort.
Ähnliche Worte
In eine ähnliche Richtung lassen sich die Aussagen von Julian Justvan interpretieren. Ihm zufolge wird die Mannschaft „ein bisschen unruhig“, wenn sich die ersten Fehler im Spiel einschleichen – „und dann geht unser Selbstvertrauen weg“, resultiert daraus.
Auch er bemängelt, dass man es nicht schafft, den Hebel mit fortlaufender Spieldauer umzustellen: „Wir müssen es einfach von Anfang an schaffen, auf den Platz zu bringen. Und wenn wir das nicht schaffen, zieht sich das bei uns so durch das Spiel.“
Obwohl mit Kapitän Fabio Gruber, Leistungsträgern wie Luka Lochoshvili und Adam Markhiyev, Torwart Jan Reichert oder dem bundesligaerfahrenen Julian Justvan genügend Spieler auf dem Feld standen, von denen man sich mehr Aufbäumen erhofft hätte, waren diese mitunter selbst mit ihrer Leistung beschäftigt – oder sind für die angedachte Rolle nicht die entsprechenden Typen.
Wer geht voran?
Ob es dem FCN wirklich an Führungsspielern fehlt, ist von außen schwer zu beurteilen. Zumal es verschiedene Arten von Führungsspielern gibt – jene, die in der Kabine eine wichtige Rolle einnehmen, auf dem Feld die anderen mitziehen, durch Leistung vorangehen oder im Idealfall alles zusammen. Fakt ist dennoch, dass dem FCN zuletzt genau diese Impulse fehlten.


